Archiv der Kategorie: Satire

Für unsere Premium-S-Klasse-Kunden …

Vorsicht: Satire!

Oberst Horst Wolleneber sitzt mal wieder mit seinem Lieblingsbesucher vom Lobbyverband der Rüstungsindustrie Dr. Lothar Schebbenwohl bei einem zünftigen Schwenker Mariakron zusammen und sie unterhalten sich über die neusten Angebote der Rüstungsindustrie, die einen an den neuen Wehretat der Bundeswehr angepassten Angebotskatalog zusammengestellt haben.

„Herr Oberst Wolleneber, wir haben unsere Angebote jetzt extra für Sie umstrukturiert. Sie kennen doch das Klassenmodell dieser Firma mit dem Stern auf der Haube?“

„Aber sicher doch. Was haben Sie denn da Schönes…“ Oberst Wolleneber blättert in dem Katalog, dem ihn sein Gast mitgebracht hat und schon sieht er Ähnlichkeiten. „Klasse A, Klasse B, Klasse C, Klasse E, Klasse G, Klasse M, Klasse S“ … „Was bedeuten denn die Buchstaben im Einzelnen?“

„Sehen Sie, Herr Oberst, Klasse ‚A‘, das ist unser Billigangebot, falls die schwarze Null noch schwärzer werden soll. Das ist absolut nur für die ganz schlimm Notleidenden. Klasse ‚B‘ ist „Bestell-Ware“. Das heißt, Sie bestellen, wir liefern. Das kennen Sie ja sicher aus J4 Nachschub.“

„Ja, kenne ich. Ich bestelle was und warte dann, ob es vor meiner Pensionierung noch geliefert wird“.

„Genau. Deshalb, diese Produktgruppe ist auch nicht so geeignet für Sie“.

„Und Klasse ‚C‘?“

„Klasse ‚C‘ ist die Comfort-Gruppe. Sprich, Sie müssen überhaupt nichts bestellen, wir liefern Ihnen einfach“.

„Also, alles so wie bisher? Sie liefern, wir zahlen … naja, irgendwann. Ich weiß, da gibt es Verbesserungsmöglichkeiten.“

„Genau. Klasse ‚E‘ dürfte für Sie wesentlich nützlicher, das heißt, wir schicken Ihnen fertig zerlegte Neuware und Sie verwenden die Teile dann als Ersatzteile.“

„Ist dann die Klasse ‚A‘ nicht billiger?“

„Doch, doch. Aber das sind die Alt-Teile. Deshalb ist das bei uns das Sonderangebot“.

„Gut. Und was ist die ‚G‘-Klasse?“

„Ganz einfach. Sie kaufen, Sie setzen die Systeme ein und Gesamturteil ist ‚geht schon‘, also für den Einsatz nur im äußersten Notfall zu empfehlen.“

„Herr Dr. Schebbenwohl, wir haben den Notstand!“

„Nun, ich denke, Sie werden sicher was passendes in unserem Katalog finden“.

„Klasse ‚M‘?“, fragt der Oberst Wolleneber interessiert?

„Ja, die Klasse M, das ist Spezialgerät. Sprich, Sie wollen zum Beispiel einen Mannschaftstransportwagen. Sie haben dann also den Mannschaftstransportwagen und Sie haben Ihre Mannschaft. Die trägt dann den Mannschaftstransportwagen.“

„Aber das ist doch …“

„Deswegen heißt der ja auch ‚Mannschaftstransport-Wagen‘!“

„Gut. Und was ist mit der ‚S‘-Klasse?“

„Ich glaube, dieses Produkt für unsere Premium-Kunden wie die Bundeswehr ist genau das, was sie suchen.“

„Wie kommen Sie zu dieser Schlussfolgerung?“

„Unsere ‚S-Klasse‘ wird ausschließlich aus Schrott zusammengebaut. Allein der Materialwert im Wiederverkauf macht sich da bezahlt“

Oberst Wolleneber nimmt erst mal einen kräftigen Schluck aus seinem Schwenker. „Ja, das stimmt!“

Weissagungen von Fox-News…

Als Donald Trump, der Welten-König von eigenen Gnaden, in Singapur eintraf, sprach der Sprecher von Fox-News davon, dass sich da zwei Diktatoren treffen würden. Wie wahr! Nun hat sich der Welten-König durch den Ausstieg aus dem UN-Menschenrechtsrates ganz deutlich zu seiner eigenen Diktatur in den USA bekannt. Er nimmt nicht nur die Kinder von Flüchtlingen in Geiselhaft, sondern sich selbst ebenfalls. Natürlich hat er das noch nicht so ganz verstanden, dass ihm langsam die Feindbilder ausgehen. Inzwischen muss er ja schon mit seinen üblichen Übertreibungen und Lügen auf bereits derangierte Diplomatie zwischen den USA und anderen Staaten herumhacken. Es ist schon erstaunlich, dass es dem Welten-König tatsächlich nach fast zwei Jahren Amtszeit immer noch gelingt, sich in seiner bad guy Manier selbst zu übertreffen. Kim Un hätte sich wahnsinnig anstrengen müssen. Aber Trump gelingt solche Blamage aus dem Handgelenk heraus.

Von trumpelnden Rassisten und extremen Heimatministern

Deutschland befindet sich eindeutig im harten Wettbewerb. Und dabei geht es nicht nur um Wirtschaft und Wirtschaftlichkeit, wo wir ohnehin kaum einen der führenden Plätze belegen würden, weil wir auch Weltmeister im Wegwerfen sind. Aber dass sich Donald Trump wieder mal rassistisch diskriminierend über den Intelligenzquotient einer farbigen Abgeordneten auslässt, erschreckt ja schon niemanden mehr. Dass unser extremer Heimatminister die Abschiebung aller Straftäter und Gefährder fordert (sind da die bayerischen Demokratiegefährder mit eingeschlossen?), sind keine neuen Töne.  Jedenfalls müssen wir überall dabei sein und mitmachen. Ist ja auch logisch, denn aus einem friedlichen Deutschland würde kaum eine Botschaft nach außen dringen, wozu auch. Wenn alles friedlich ist, dann sind alle in ihrer Glückseligkeit. Wer würde da schon meckern wollen?

Vom Wert der Worte…

In Gedenken an die am 7.1.2015 in Paris getöteten Opfer…

Nach diesem schrecklichen Anschlag auf die Redaktion von Charlie Hebdo musste ich über den Wert der Worte nachdenken. Welchen Wert haben die nicht ausgesprochenen Gedanken, die nur gedachten Gedanken, wenn wir sie nicht aussprechen – aussprechen dürfen? Eines muss man den Redakteuren und Mitarbeitern von Charlie Hebdo zu Gute halten, nämlich dass sie sich an die verfassungsgemäße Sekularität, der Trennung von Kirche und Staat, gehalten haben. Glaube ist Glaube – und Politik ist Politik. Und da Satire immer mehr auf der Seite der Politik zu finden ist, als dass sie sich mit Glaubensdingen befasst, musste sie sich der Einmischung von Glaubensdingen in die Politik unserer freien Welt zur Wehr setzen. Auch darf Glaube sich nicht in Staatsdinge einmischen. Ich weiß, es ist schwer, sich mit Dingen zu befassen, die unbegreiflich sind, weil wir sie weder berühren noch wahrnehmen können. Hass zwischen den Menschen, aus welchen Gründen auch immer, ist so ein Ding. Fühlen beeinflusst unser Denken. Und unser Denken beeinflusst unser Handeln. Und so glauben immer mehr Menschen, dass sie sich benachteiligt und übervorteilt fühlen, dass sie dieses Gefühl des Hasses empfinden. Und dieser Hass brach sich wieder mal in der Ermordung von 12 Menschen und damit fast der gesamten Redaktion von Charlie Hebdo ihre Bahn. Jetzt kommt es ganz besonders darauf an, welche Worte wir in Zukunft wählen, gerade im Journalismus, damit wir nicht noch mehr Gefühle des Hasses sähen – und uns statt dessen auf die verfassungsgemäße Sekularität berufen. Recht muss gesprochen werden. Aber bei uns wird das Recht vom Staat gesprochen – und nicht von Glaubensvertretern.

Aber auch die Politiker in unserer NATO, von wem ich spreche, das wissen diese Personen ganz genau, müssen lernen, dass diese Trennung von Glaube und Politik unerlässlich ist. Ein Staatsmann ist ein Vertreter des Volkes – des ganzen Volkes, egal ob einzelne Bürgerinnen und Bürger dieses Volkes an diesen Staatsmann glauben wollen oder nicht. Ein Staatsmann darf sich nicht anschicken, sich dem Glauben hinzugeben, und von seinem Volk zu verlangen, sich seinem Glauben anzuschließen. Der Wert unserer Worte, gerade in der Presse, ist die unermessliche Freiheit, zu zweifeln, nicht zu glauben, Dinge zu hinterfragen und Kritik zu üben – oder Kritiker zu verspotten. In unserer freien Welt ist der Wert der Worte, dass auch Staatsmänner und Glaubensvertreter diese Kritik ertragen müssen. Können sie es nicht, müssen sie es lernen oder abtreten. Denn nochein Wert ist in unseren Worten: wir können Kritik anhören und vergessen – oder wir können vielleicht auch etwas daraus lernen. Zumindest können wir aus dem Wert der Worte Toleranz lernen.

Danke, Charlie Hebdo.

Neues von den Augenwischern: Betreuungsgeld

Wenn man das Wort „Augenwischerei“ hört, dann möchte man meinen, dass man hinterher viel klarar sieht. Aber das Gegenteil ist der Fall. Geht es nach Frau Schröder, unserer Familien- und Sozialministerin, haben wir ja genügend KITA-Plätze und außerdem können die Eltern sich ja auch das Betreuungsgeld auszahlen lassen. Besonders für Hartz-IV-Empfänger ist das befreiend, denn die bekommen es gleich wieder abgenommen, damit sie nicht mehr als Hartz-IV bekommen. Mit so viel Geld wären die Väter und Mütter auch überlastet, denn sie haben ja neben der staatlich diktierten Armut auch noch die Kinder am Hals, die sie nicht in die KITAs bringen können, die Frau Schröder ihnen angeblich hingestellt hat.

Droht ein Protest? Stellen wütendende Eltern mit ihren Kinderwagen das Frankfurter Kreuz zu? Ziehen morgens die arbeitssuchenden Eltern mit ihren Kindern zum Jobcenter und setzen den entsetzten Mitarbeitern ihre Gören auf den Tisch und gehen zur Arbeit, die sie dann hätten? Nein. Offensichtlich wartet man auf eine neue Augenwischerei, damit man klarer sieht.