Archiv der Kategorie: Fiktion

Fiktive Gedanken über die Entwicklung unserer sozialen Kultur…

Die Fabel über die drei Spezies der Menschheit

Wenn Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner in einer eigenen Studie hat feststellen lassen, dass die deutschen Dispo-Zinsen viel zu hoch sind, dann ist es unerklärlich, warum die Bundestagsabgeordneten heute dafür stimmen sollen, dass spanische Banken gerettet und die deutschen Bankkunden und Steuerzahler weiter geschröpft werden sollen. Inzwischen ist es doch eine Binsenweisheit, dass der ESM letztendlich nur dazu dienen soll, den Banken alle Macht in die Hand zu legen, damit sie tun und lassen können, wie es ihnen beliebt. Staatliche Kontrolle wird da von vornherein ausgeschlossen, denn eine Kontrollbehörde in Brüssel, die hunderte von Kilometern von der EZB in Frankfurt am Main entfernt ist, wird sich ebenso wenig durch die EZB kontrollieren lassen, wie von jeder anderen Instanz auch. Und in erster Linie werden es die Banken-Lobbyisten sein, die in dieses Kontrollgremium hineindrängen und ihren Einfluss geltend machen werden.

Inzwischen können wir von drei Arten menschlicher Spezies sprechen. Da wären a) die Spezies der Zahler, die also, die von anderen dazu verdonnert werden, für alles mögliche zu zahlen und denen nach und nach jedes Einflussrecht entzogen wird. Natürlich könnten Kritiker sagen: sie haben doch die Mittel, dass zu verhindern, sie haben die Möglichkeit jemand anderes zu wählen.

Da kämen wir dann auf die zweite Spezies b) zu sprechen: die Politiker. Politiker sind eine Spezies, die vermutlich schon von Geburt an in ihrem biologischen Programm beeinflussbar für die dritte Spezies c), die Bänker, sind und gar nicht anders können, als Politiker zu werden, um sich dem Willen der dritten Spezies zu beugen. Zudem haben sie eine ganz wichtige Aufgabe, sie haben der ersten Spezies a), der Zahler, gegenüber den Eindruck zu erwecken, dass sie eine demokratische Macht inne haben und dass ihr Verhalten, also das der Spezies a), den Zahlern, Einfluss auf die Spezies b), die Politiker nehmen könnte. Doch weit gefehlt, das biologische Programm macht die Spezies b), die Politiker immun gegen Volkes / Zahlers Wille – und besonders empfänglich für Spezies c), die Bänker und ihre Gier und ihren faschistischen Wahn, die ganze Welt unter ihren Krallen zu zerfleischen.

Nun zur Spezies c), die Bänker. Wenn es denn auch einige Geisteswissenschaftler und Philosophen geben sollte, die behaupten, dass der Mensch von Anbeginn an gut sei und erst durch die Umwelteinflüsse und die Erziehen verdorben werden könne. Dem muss man wohl bei der Spezies c), die Bänker widersprechen, denn irgendwie scheint es ihnen genetisch im Blut zu liegen, sich auf perfide Art und Weise zu einer ganz speziellen Art der Blutsauger zu entwickeln. Da gibt es zunächst den Drang, an das Geld anderer Leute zu kommen – und das auf möglichst billige Art und mit den haarsträubendsten Argumenten. Und dann noch der Drang, sich die Spezies b), die Politiker, so gefügig wie nur irgendwie möglich zu machen – und wenn es nicht anders geht, eine Panik unter der Spezies der Politiker auszulösen, die nur dazu dienen soll, genau so zu handeln, wie es der Spezies der Bänker den Gewinn immer weiter nach oben treibt, damit diese als Manager sich mit dem exorbitantem Reichtum von zig Millionen Euro im Jahr die Tasche stopfen können. Sicher, gut die Hälfte dieser Manager-Gehälter fließt zurück in die öffentliche Hand, aber das betrifft nur den Teil, den der Bank-Manager in seinen Rechenschaftsberichten und seiner Steuererklärung auch angegeben hat. Hält man dagegen, was die Spezies der Zahler an Geld an die Spezies der Politiker und Bänker abführen müssen, um dieses korrupte System am Laufen zu halten, so kommt man schnell zu dem Schluss, dass da von unten nach oben viel mehr Geld fließt, als in den Rechenschaftsberichten und Steuererklärungen der Bänker und Politiker überhaupt angegeben wurde. Und der Rest?

Irgendwo muss es eine Insel geben, wo wohl Frauen dazu auserkoren sind, immer genügend Kinder der Spezies b), der Politiker und c) der Bänker zu gebären, denn sonst würde dieses System ebenfalls innerhalb kürzester Zeit von selbst zusammenbrechen.

Eine neue Kurzstory aus meiner Feder…

Old Orchard Beach Sea View
Old Orchard Beach Sea View (Webcam, Aktualisieren mit F5)

Zum Jahresende habe ich Euch allen, liebe fleißige Leser meines Blogs, eine neue Kurzgeschichte von mir ins Netz gestellt. Diesmal führt es mich an die nördliche Ostküste der USA in ein kleines verschlafenes Nest namens Old Orchard Beach. Am liebsten schreib ich übers Lokalkolorit 🙂

Zur Geschichte geht es hier…

PS: wenn das Webbild schwarz ist, ist das keine technische Störung, sondern NACHT! ;-D

 

Plädoyer für die Abschaffung von Parteien-Politik

Mir kommen immer wieder Ideen, wie die Demokratie in Deutschland wiederbelebt werden könnte. Denn, dass sie am Boden liegt, das ergibt sich schon aus der weiter und weiter sinkenden Wahlbeteiligung. „Die Parteien abschaffen“, war so eine Idee, mit der ich mich schon seit einigen Tagen beschäftige. So absurd ist das gar nicht, denn dadurch würden ganz erhebliche Vorteile entstehen: wer ein politisches Amt als Abgeordneter oder Delegierter übernimmt, muss von seinen Wählern durch freie, geheime Wahl, wie es unser Grundgesetz vorschreibt, ein Mandat dazu erhalten haben. Zudem müssten sich die Abgeordneten dann auch viel mehr um den Wählerkreis kümmern, der sie gewählt hat. Das gilt dann genauso für die Bürgerversammlungen und Gemeindeparlamente in den Gemeinden und Städten, wie es auch für die Kreisparlamente, den Landtag und den Bundestag gilt. Wer dort ein politisches Amt übernehmen möchte, muss vom Volk dazu gewählt sein.

Wo liegt nun der Unterschied? Ganz einfach, solange es Parteien gibt, reicht es aus, ein Parteibuch zu haben, um ein politisches Amt übernehmen zu können. Weder der Bundespräsident, der Bundeskanzler, die Ministerpräsidenten, Minister und Staatssekretäre müssen ein Abgeordnetenmandat haben, um in diese Ämter gewählt zu werden. Sprich, sie haben kein Mandat vom Volk, weil sie von der Partei für dieses Amt vorgeschlagen wurden. Eine Abschaffung der Parteien, würde dieses „Vorteilsprinzip“ ein für alle mal beseitigen.

Und ist es praktisch überhaupt machbar, die Parteien abzuschaffen? Ich denke ja. Wer zur Wahl geht und seine Stimme abgibt, der übt schon ein politisches Amt aus. Ja, auch der Wähler hat ein politisches Amt, das wird immer wieder vergessen und geflissentlich übersehen. Wir sind kein Wahlvieh! Wir haben ein Recht zu erfüllen, was uns vom Grundgesetz gegeben ist. Wir haben aber auch eine Verpflichtung. Und wenn wir die Abgeordneten direkt wählen dürfen, sie nicht mehr über Parteilisten in die politischen Ämter rutschen können, dann macht unsere politische Entscheidung als Wähler auch wieder einen Sinn.

Der Abgeordnete muss sich wieder darum kümmern, die Interessen seiner Wähler so gut wie nur möglich zu erfüllen. Jede Entscheidung, die er in der Ausübung eines politischen Amtes trifft, muss er dann auch gegenüber seinem Wählerkreis rechtfertigen können. Zudem kann nur noch jemand regieren, der auch vom Volk gewählt wurde, auch wenn die Vertreter in den Parlamenten Abgeordnete in die nächst höhere Instanz wählen.

Sicher, wir müssten viel mehr wählen. Wir müssten die Abgeordneten von den Bürgerversammlungen und Gemeindeparlamente wählen. Wir müssten auch die Kreistagsabgeordneten wählen. Dann kommen die Landtags und Bundestagswahlen. für all diese Parlamente, müssten wir unsere Kandidaten direkt bestimmen. Das ist eine sehr, sehr große Verantwortung für einen Wähler, und es ist die Frage, wie lange es dauert, bis man durch politische Bildung die Wählerschaft darauf vorbereitet hat, dass es ihnen bewusst ist, wie wichtig ihr politisches Amt als Wähler ist.

Es käme auf einen Versuch an, dieses Gedanken weiter zu verfolgen und dabei für sich selbst zu überprüfen, in wie weit ein solches Konzept mit unserem Grundgesetz konform geht. Weil, wenn es so weiter geht, dann brauchen wir nur noch eine Einheitspartei. Das, was uns dort in Berlin derzeit geboten wird, ist noch nicht mal qualitativ als „Sommertheater“ akzeptabel.

Kommentare erwünscht!

Ein Gefühl wie Herr K. (Fiction!)

  So wie ich es bei Kafka gelesen hatte – und auch so, wie ich es von Tucholsky las. Wer kennt die noch? Und trotzdem ließ es mich vor innerer Kälte erschauern. Zwei Tage sitze ich nun schon, schreibe an meinem Bericht über meine Recherchen über die „Neue Ordnung“, eine politische Organisation, die sich nach und nach hoffähig gemacht hatte und viele soziale und politische Posten eroberte. Vorher verband ich zu diesem Begriff noch „Joy Division“, eine britische Pop-Band und „Neueordnung.org“, ein antifaschistisches Web-News-Paper. Niemand wäre auf die Idee gekommen, das „Neue Ordnung“ auch bedeutet, eine faschistische Anomie als Grundlage für eine neue Weltordnung zu erheben. Anfangs begriff ich überhaupt nicht, was da vor sich ging. Erst als die US-Abgeordnete Gabrielle Giffords mit einem Kopfschuss niedergestreckt wurde, weil sie die Gesundheitsreform von Barack Obama maßgeblich unterstützt hatte, kam ich Stück für Stück dahinter. Dann lief in PHOENIX die Sendung „Obama Land ist abgebrannt“ und schon wurde mir deutlich gemacht, dass in den Vereinigten Staaten die so genannten konservativen Kräfte, also die Republikaner und die Tea-Party-Anhänger, anstreben, die demokratische Verfassung außer Kraft zu setzen, Obama und seine Reformen an die Wand zu fahren und dann die faschistische Kraft des freien Markts dazu auszunutzen, endlich eine globale Welle von faschistischer Anomie über unseren Erdball zu schicken.

Es klingt mir alles immer noch zu fantastisch. Doch, dass es vollkommen anders war, viel realer, wurde mir vor wenigen Tagen bewusst, als ich eine Email öffnete, in der mir eine Freundin mitteilte, dass sie verschwinden müsse. Man hatte ihr anonyme Todesdrohungen per Post geschickt, darunter ein totes Stinktier, das in einem Styropor-Behälter per UPS angeliefert wurde. Darin auch eine umfangreiche Liste mit Anschriften und Telefonnummern aller ihrer privaten Kontakte, auch zu ihren Freunden bei ATTAC, mit genauer Angabe von Datum und Zeit. Sie ist überzeugte Globalisierungsgegnerin. Inzwischen ist sie abgereist. Ein schwedischer Freund bei ATTAC hat sie mit einem Privatjet aus Deutschland ausfliegen lassen. Das erschreckende war, dass ihre „Angreifer“, wie sie diese Erpresser objektiv nannte, sogar auf Verbindungsdaten von den Telekommunikationsanbietern zugreifen konnten. Da gab es kein Datenschutz mehr, keine ethische Grenze, da gab es nur noch die nackte Macht des Geldes. Es gab also keinen Grund mehr für sie, weiter in Deutschland für ATTAC tätig zu sein und so verschwand sie an einen unbekannten Ort.

Zurück blieb ich, mit meinen Gedanken an Kafka und seinen Herrn K, wie er sich dieser undefinierbaren Bedrohung ausgesetzt sah. Und wie Tucholsky, der letztendlich den Freitod vorzog, einsichtig genug, dass er die Gesellschaft des Dritten Reiches nicht zu verändern vermochte. Aber wäre das eine Alternative, sich einfach so aus dem Staub zu machen und denen das Feld zu räumen, die nur ihren kommerziellen Gewinn im Blickfeld haben? Denn auch im Dritten Reich war das Pogrom an den Juden, den Sintis, den Roma, den Schwulen, den Sozialisten, den Kommunisten und den Andersdenkenden eine Sache des Geldes. Es ging immer nur ums Geld. Die „Osterweiterung“ des Deutschen Reiches, war genau so eine Form der Globalisierung, wie auch die „Landnahme“ der Russen in der leninistischen und stalinistischen Diktatur und der Bildung der UdSSR. Auch China hatte nie etwas anderes im Sinn, als sie Tibet zum Staatsgebiet der Republik China ernannten. Tibet, die innere Mongolei und auch Hongkong sind ein wichtiges Bindeglied zu den Weltmärkten. Nicht ohne Grund baute man die Turk-Sib, die Eisenbahnstrecke von Moskau über Turkmenistan nach China aus, um den Binnenhandel nach Russland und nach Europa zu kontrollieren. Die USA hängt heute schon an Chinas Tropf. Gegen billige Rohstoffe und Devisen bekommen die einst so technologisch führenden USA hochwertige Hightech aus China geliefert. Container gehen leer nach China über den Pazifik und kommen gefüllt mit Laptops, PCs, Handys, DVD-Playern und und und zurück. Die Republikaner haben trotzdem keine Angst vor einer „gelben Gefahr“. Ihr Feindbild sind heute noch lange nicht die Chinesen. Heute ist es Obama und seine „kommunistische“ Gesundheitsreform und die gesetzliche Krankenversicherung. Aber morgen, dann sind es auch die Chinesen.

Die unkontrollierte Wut flutet durch die News von FOX und deren angeschlossenen Fernsehkanäle. Dafür kann man auch schon mal eine Abgeordnete abschießen, wie einen Eber im Wald. Nicht mal eine Woche nach dem Attentat an Gabrielle Giffords veranstaltete die Waffenlobby in Tucson, Arizona, in der Stadt, in der das Attentat geschah, eine Verkaufsmesse für Waffen. Hoch leben die rauchenden Colts.

Als Latoya aus Deutschland geflüchtet war, saß ich fast einen Tag lang wie besinnungslos auf meinem Bett und las Briefe, die sie mir geschickt hatte. Ich wusste selbst nicht, was ich darin zu finden suchte. Bis ich in mehreren ihrer Briefe auf die Gruppierung „Neue Ordnung“ traf. Es waren keineswegs Ewiggestrige, die rechten Parolen hinter her hingen. Es ging um eine Clique von Bänkern und Investoren, die versuchten, alle Hebel in Bewegung zu setzen, um die politischen Ziele der ELDR und der Parteivorsitzenden Anne-Marie Cécile J. Neyts-Uyttebroeck (MEP) aus Belgien endlich umzusetzen. „Neue Ordnung“ war ein als liberal-demokratisch getarntes Programm zur Stabilisierung der Globalisierung und der globalisierten Märkte. Es ging dieser Gruppierung um die „Gewinnmaximierung der irdischen Ressourcen“ und ein Leben in Saus und Braus, koste es, was es wolle. „Warum sollen wir den chinesischen und russischen Milliardären alles in den Arsch blasen?“ war die Aussage eines britischen Brokers, der es sich zum Ziel gemacht hatte, im Jahre 2012 endlich selbst Multi-Milliardär zu werden, damit er sich mit einem ausreichend großen Aktienpaket in die AGs der Londoner und Frankfurter Börse einkaufen konnte. So hätte er für seine Kollegen eine genügend stabilisierte Basis, um mit Daytrading endlich so viel Kohle zu „generieren“, dass er die Rohstoffmärkte gegenüber den großen Multinationalen Konzernen diktieren konnte. Frank Ray, so hieß dieser Broker. Und als mir dieser Name wieder einfiel, da konnte ich endlich den losen Faden aufrollen, der mich nach und nach zu dieser Organisation „Neue Ordnung“ führte.

Just in dem Moment klingelte das Telefon. Ich erschrak zu Tode. Ich nahm nach dem vierten Klingeln ab und hörte nur ein leises Stöhnen. Niemand sprach ein Wort. Just in dem erreichte mich auch noch eine Email. Ich legte auf und ging zu meinem Apple-Notebook und öffnete die Mail. „Wir kennen jeden Deiner Gedanken!“ lautete die Email, die mir von einer Adresse „@neworder.org“ geschickt wurde. Ich kam mir vor, wie Herr K.

Egal, ob der Herr K. von Kafka oder von Brecht. Saßen sie mir wirklich schon im Hirn. Ich wischte meine Bedenken bei Seite und versuche mehr über diese Gruppierung und ihre Mitglieder im Internet zu recherchieren. Ich hangelte mich durch Werbeseiten von Investment-Banken, von politischen Parteien, durch Postings von Investoren, Bankern und Abgeordneten. Das einzige, was ich dadurch für mich erreichte, war die Erkenntnis, dass „Neue Ordnung“ bereits ein multinationales und globales Netz gespannt hatte und sich auch in den chinesischen Börsen in Hongkong und Shanghai festgesetzt hatten. Sie kontrollierten nicht nur London, Frankfurt und die Wallstreet. Sie saßen in Paris, in Stockholm, in Wien bei der OPEC und auch in den Börsen von Portugal, Griechenland und Irland. Geld kam aus allen Ecken und Ritzen, egal, ob aus der Türkei oder Israel, aus Südafrika oder Taiwan. Indische Bankiers und Broker von den Golfstaaten hatten sich mit Westafrikanischen Bänkern und Politikern zusammen geschlossen, um den namibischen Ölmarkt „gerecht“ aufzuteilen. Jeder versuchte unseren Globus Tropfen für Tropfen auszusaugen, Hauptsache der Profit stimmt. Niemand dachte mehr auch nur im Geringsten an die Mahnung von James Smith, den Begründer der Philosophie der freien Märkte, dass es eine ethische Grenze gäbe. Die gab es schon lange nicht mehr, nicht mehr seit die Globalisierung um sich gegriffen hatte.

Mit jeder Minute, die verstrich, wurde mir mehr bewusst, dass der Karren tief im Dreck saß und dass es kaum noch jemanden gab, der ihn herausreißen konnte. Auch kein Obama mehr. Der braucht nicht einmal mehr ein Attentat zu fürchten, so diskreditiert ist er inzwischen. Was konnte man noch tun, gegen den Ausverkauf der Natur, gegen das „Nach mir die Sintflut!“, gegen die Vernunft. Was sollte mir noch zu tun bleiben, wenn ich mir bewusst war, das dieser Planet zum Teufel ging und wir Menschen kaum noch eine Überlebenschance hatten. Vor allem, dass nicht irgend eine natürliche oder kosmische Katastrophe daran Schuld sein würde, sondern wir Menschen selbst. Gift nehmen? Ein feuchtes Handtuch um den Hals und sich selbst am Fensterrahmen strangulieren? Soll sicherer sein, als sich versuchen aufzuhängen, was meist zu unschönen Verletzungen führt, die einen auch noch im Rollstuhl zurück lassen. Eine Plastiktüte über den Kopf und vorher Schlaftabletten schlucken?

Oh, was wünschte ich mir Lucy´s Licht und die Erleuchtung der Menschen. Vor Erschöpfung schlief ich ein. Als ich aufwachte, fühlte sich alles an, als sei es nur ein Alptraum gewesen…