Alle Beiträge von Steinchen

58 Jahre alter Autor und Fotograf, Katzenliebhaber, Motorradfahren, Reisen, Lesen, Schreiben, Brieffreundschaften, Musikfan (von Klassik bis Hardrock), spiele E-Bass.

Bürgerträge und Politikhörig

Das Verhalten unserer Volksvertreter im Bundestag und im Vermittlungsausschuss zu Hartz-IV kann man keine andere Eigenschaft bescheinigen. Hier wird Parteikonsens zelebriert, der vom Kapital diktiert direkt das umsetzt, was die Lobby unserer Regierung einflüstert. Eine Bundeskanzlerin Angelika Merkel, die schwachgeworden, sich nicht einmal ihrer Vernunft zu stellen vermag, wird auch weiterhin die FDP dazu nutzen, all das zu blockieren, was eigene Fehlleistungen im großen Stil aufdecken würde.

Ich muss gestehen, dass ich neidisch auf die Ägypter bin! Sie haben den Mut, auch unter Gefahr der Bedrohung von Gesundheit und Leben, aufzustehen und sich gegen das herrschende Machtsystem zu stellen, um eine Lösung der Vernunft einzufordern. Natürlich wissen unsere Politiker genau darüber Bescheid, wie sie Reaktionen aus dem Volk zu bewerten haben. Der neuste iPad oder die neuste Generation von Konsumgütern und Automobilen sind viel interessanter, als sich mit der sozialen Zukunft unserer Nation auseinander setzen zu müssen. Deshalb vermeiden unsere Volksvertreter auch die Bürgernähe. “Bloß nicht in die Karten schauen lassen“, das ist die Prämisse, die für alle Volksvertreter zu gelten scheint. Dass wir Phoenix als Dokumentationskanal für Bundestagsdebatten haben, ist bereits ja eine löbliche Errungenschaft von Demokratietransparenz. Aber da sprechen die Damen und Herren Abgeordnete in einem Stil, der jeder Bürgerin und jedem Bürger im Volk klar werden lässt, dass sie als Zielgruppe ihrer Politik nicht interessant genug sind. Wenn eine Frau Birgit Homburger sich auch noch ereifert, Bürgerinnen und Bürger würden beleidigt, wenn man ihnen endlich den geforderten Mindestlohn zukommen zu lassen, damit sie nicht über Hartz-IV den Fehlbetrag zum Existenzminimum aufstocken müssen, dann kann ich nur sagen, hier wird eine Weltentrücktheit zur Schau getragen, die zur sofortigen Abwahl einer Abgeordneten wie Frau Homburger führen müsste.

Aber wie gesagt, die Politiker kennen “Ihr Volk“ allerbestens. Ein Aufbegehren wie in Ägypten oder Tunesien ist für uns noch in weiter Ferne. Was aber dann blüht, das hat der gebürtige und heute in Paris lebende Stéphane Hessel, ehemaliger UN-Sekretär für die Menschenrechtskommission, Lyriker, Diplomat, Politiker und Schriftsteller, in seinem Buch “Empört Euch!“ beschrieben: wir werden in eine Revolution rauschen, die alle bisher gewohnten Werte unseres Alltags in Frage stellen wird. Solche biografischen Brüche in der Geschichte einer Nation, wie wir sie auch 1930 während der Weimarer Republik erlebt haben, werden sich dann wiederholen.

Mich kann kaum noch eines der gestern dargestellten Argumente der Rednerinnen und Redner im Bundestag ernsthaft davon überzeugen, dass dies von unseren Politikern nicht gewollt ist.

Ein Gefühl wie Herr K. (Fiction!)

  So wie ich es bei Kafka gelesen hatte – und auch so, wie ich es von Tucholsky las. Wer kennt die noch? Und trotzdem ließ es mich vor innerer Kälte erschauern. Zwei Tage sitze ich nun schon, schreibe an meinem Bericht über meine Recherchen über die „Neue Ordnung“, eine politische Organisation, die sich nach und nach hoffähig gemacht hatte und viele soziale und politische Posten eroberte. Vorher verband ich zu diesem Begriff noch „Joy Division“, eine britische Pop-Band und „Neueordnung.org“, ein antifaschistisches Web-News-Paper. Niemand wäre auf die Idee gekommen, das „Neue Ordnung“ auch bedeutet, eine faschistische Anomie als Grundlage für eine neue Weltordnung zu erheben. Anfangs begriff ich überhaupt nicht, was da vor sich ging. Erst als die US-Abgeordnete Gabrielle Giffords mit einem Kopfschuss niedergestreckt wurde, weil sie die Gesundheitsreform von Barack Obama maßgeblich unterstützt hatte, kam ich Stück für Stück dahinter. Dann lief in PHOENIX die Sendung „Obama Land ist abgebrannt“ und schon wurde mir deutlich gemacht, dass in den Vereinigten Staaten die so genannten konservativen Kräfte, also die Republikaner und die Tea-Party-Anhänger, anstreben, die demokratische Verfassung außer Kraft zu setzen, Obama und seine Reformen an die Wand zu fahren und dann die faschistische Kraft des freien Markts dazu auszunutzen, endlich eine globale Welle von faschistischer Anomie über unseren Erdball zu schicken.

Es klingt mir alles immer noch zu fantastisch. Doch, dass es vollkommen anders war, viel realer, wurde mir vor wenigen Tagen bewusst, als ich eine Email öffnete, in der mir eine Freundin mitteilte, dass sie verschwinden müsse. Man hatte ihr anonyme Todesdrohungen per Post geschickt, darunter ein totes Stinktier, das in einem Styropor-Behälter per UPS angeliefert wurde. Darin auch eine umfangreiche Liste mit Anschriften und Telefonnummern aller ihrer privaten Kontakte, auch zu ihren Freunden bei ATTAC, mit genauer Angabe von Datum und Zeit. Sie ist überzeugte Globalisierungsgegnerin. Inzwischen ist sie abgereist. Ein schwedischer Freund bei ATTAC hat sie mit einem Privatjet aus Deutschland ausfliegen lassen. Das erschreckende war, dass ihre „Angreifer“, wie sie diese Erpresser objektiv nannte, sogar auf Verbindungsdaten von den Telekommunikationsanbietern zugreifen konnten. Da gab es kein Datenschutz mehr, keine ethische Grenze, da gab es nur noch die nackte Macht des Geldes. Es gab also keinen Grund mehr für sie, weiter in Deutschland für ATTAC tätig zu sein und so verschwand sie an einen unbekannten Ort.

Zurück blieb ich, mit meinen Gedanken an Kafka und seinen Herrn K, wie er sich dieser undefinierbaren Bedrohung ausgesetzt sah. Und wie Tucholsky, der letztendlich den Freitod vorzog, einsichtig genug, dass er die Gesellschaft des Dritten Reiches nicht zu verändern vermochte. Aber wäre das eine Alternative, sich einfach so aus dem Staub zu machen und denen das Feld zu räumen, die nur ihren kommerziellen Gewinn im Blickfeld haben? Denn auch im Dritten Reich war das Pogrom an den Juden, den Sintis, den Roma, den Schwulen, den Sozialisten, den Kommunisten und den Andersdenkenden eine Sache des Geldes. Es ging immer nur ums Geld. Die „Osterweiterung“ des Deutschen Reiches, war genau so eine Form der Globalisierung, wie auch die „Landnahme“ der Russen in der leninistischen und stalinistischen Diktatur und der Bildung der UdSSR. Auch China hatte nie etwas anderes im Sinn, als sie Tibet zum Staatsgebiet der Republik China ernannten. Tibet, die innere Mongolei und auch Hongkong sind ein wichtiges Bindeglied zu den Weltmärkten. Nicht ohne Grund baute man die Turk-Sib, die Eisenbahnstrecke von Moskau über Turkmenistan nach China aus, um den Binnenhandel nach Russland und nach Europa zu kontrollieren. Die USA hängt heute schon an Chinas Tropf. Gegen billige Rohstoffe und Devisen bekommen die einst so technologisch führenden USA hochwertige Hightech aus China geliefert. Container gehen leer nach China über den Pazifik und kommen gefüllt mit Laptops, PCs, Handys, DVD-Playern und und und zurück. Die Republikaner haben trotzdem keine Angst vor einer „gelben Gefahr“. Ihr Feindbild sind heute noch lange nicht die Chinesen. Heute ist es Obama und seine „kommunistische“ Gesundheitsreform und die gesetzliche Krankenversicherung. Aber morgen, dann sind es auch die Chinesen.

Die unkontrollierte Wut flutet durch die News von FOX und deren angeschlossenen Fernsehkanäle. Dafür kann man auch schon mal eine Abgeordnete abschießen, wie einen Eber im Wald. Nicht mal eine Woche nach dem Attentat an Gabrielle Giffords veranstaltete die Waffenlobby in Tucson, Arizona, in der Stadt, in der das Attentat geschah, eine Verkaufsmesse für Waffen. Hoch leben die rauchenden Colts.

Als Latoya aus Deutschland geflüchtet war, saß ich fast einen Tag lang wie besinnungslos auf meinem Bett und las Briefe, die sie mir geschickt hatte. Ich wusste selbst nicht, was ich darin zu finden suchte. Bis ich in mehreren ihrer Briefe auf die Gruppierung „Neue Ordnung“ traf. Es waren keineswegs Ewiggestrige, die rechten Parolen hinter her hingen. Es ging um eine Clique von Bänkern und Investoren, die versuchten, alle Hebel in Bewegung zu setzen, um die politischen Ziele der ELDR und der Parteivorsitzenden Anne-Marie Cécile J. Neyts-Uyttebroeck (MEP) aus Belgien endlich umzusetzen. „Neue Ordnung“ war ein als liberal-demokratisch getarntes Programm zur Stabilisierung der Globalisierung und der globalisierten Märkte. Es ging dieser Gruppierung um die „Gewinnmaximierung der irdischen Ressourcen“ und ein Leben in Saus und Braus, koste es, was es wolle. „Warum sollen wir den chinesischen und russischen Milliardären alles in den Arsch blasen?“ war die Aussage eines britischen Brokers, der es sich zum Ziel gemacht hatte, im Jahre 2012 endlich selbst Multi-Milliardär zu werden, damit er sich mit einem ausreichend großen Aktienpaket in die AGs der Londoner und Frankfurter Börse einkaufen konnte. So hätte er für seine Kollegen eine genügend stabilisierte Basis, um mit Daytrading endlich so viel Kohle zu „generieren“, dass er die Rohstoffmärkte gegenüber den großen Multinationalen Konzernen diktieren konnte. Frank Ray, so hieß dieser Broker. Und als mir dieser Name wieder einfiel, da konnte ich endlich den losen Faden aufrollen, der mich nach und nach zu dieser Organisation „Neue Ordnung“ führte.

Just in dem Moment klingelte das Telefon. Ich erschrak zu Tode. Ich nahm nach dem vierten Klingeln ab und hörte nur ein leises Stöhnen. Niemand sprach ein Wort. Just in dem erreichte mich auch noch eine Email. Ich legte auf und ging zu meinem Apple-Notebook und öffnete die Mail. „Wir kennen jeden Deiner Gedanken!“ lautete die Email, die mir von einer Adresse „@neworder.org“ geschickt wurde. Ich kam mir vor, wie Herr K.

Egal, ob der Herr K. von Kafka oder von Brecht. Saßen sie mir wirklich schon im Hirn. Ich wischte meine Bedenken bei Seite und versuche mehr über diese Gruppierung und ihre Mitglieder im Internet zu recherchieren. Ich hangelte mich durch Werbeseiten von Investment-Banken, von politischen Parteien, durch Postings von Investoren, Bankern und Abgeordneten. Das einzige, was ich dadurch für mich erreichte, war die Erkenntnis, dass „Neue Ordnung“ bereits ein multinationales und globales Netz gespannt hatte und sich auch in den chinesischen Börsen in Hongkong und Shanghai festgesetzt hatten. Sie kontrollierten nicht nur London, Frankfurt und die Wallstreet. Sie saßen in Paris, in Stockholm, in Wien bei der OPEC und auch in den Börsen von Portugal, Griechenland und Irland. Geld kam aus allen Ecken und Ritzen, egal, ob aus der Türkei oder Israel, aus Südafrika oder Taiwan. Indische Bankiers und Broker von den Golfstaaten hatten sich mit Westafrikanischen Bänkern und Politikern zusammen geschlossen, um den namibischen Ölmarkt „gerecht“ aufzuteilen. Jeder versuchte unseren Globus Tropfen für Tropfen auszusaugen, Hauptsache der Profit stimmt. Niemand dachte mehr auch nur im Geringsten an die Mahnung von James Smith, den Begründer der Philosophie der freien Märkte, dass es eine ethische Grenze gäbe. Die gab es schon lange nicht mehr, nicht mehr seit die Globalisierung um sich gegriffen hatte.

Mit jeder Minute, die verstrich, wurde mir mehr bewusst, dass der Karren tief im Dreck saß und dass es kaum noch jemanden gab, der ihn herausreißen konnte. Auch kein Obama mehr. Der braucht nicht einmal mehr ein Attentat zu fürchten, so diskreditiert ist er inzwischen. Was konnte man noch tun, gegen den Ausverkauf der Natur, gegen das „Nach mir die Sintflut!“, gegen die Vernunft. Was sollte mir noch zu tun bleiben, wenn ich mir bewusst war, das dieser Planet zum Teufel ging und wir Menschen kaum noch eine Überlebenschance hatten. Vor allem, dass nicht irgend eine natürliche oder kosmische Katastrophe daran Schuld sein würde, sondern wir Menschen selbst. Gift nehmen? Ein feuchtes Handtuch um den Hals und sich selbst am Fensterrahmen strangulieren? Soll sicherer sein, als sich versuchen aufzuhängen, was meist zu unschönen Verletzungen führt, die einen auch noch im Rollstuhl zurück lassen. Eine Plastiktüte über den Kopf und vorher Schlaftabletten schlucken?

Oh, was wünschte ich mir Lucy´s Licht und die Erleuchtung der Menschen. Vor Erschöpfung schlief ich ein. Als ich aufwachte, fühlte sich alles an, als sei es nur ein Alptraum gewesen…

Das veränderte Gesicht unserer Gesellschaft

Diese Welt ist nicht mehr die Welt, in der so viele Menschen vor langer Zeit hineingeboren wurden. Wir sind wieder auf dem Weg in den offenen Faschismus und wenn wir unsere Fremdenfeindlichkeit als Maßstab nehmen, dann wird dieser Faschismus immer offener gelebt und belebt. Es sind schon lange nicht mehr die ewig Gestrigen, die aus dem NAZI-Regime des Dritten Reiches übriggeblieben waren, es sind auch nicht mehr die Stasi-Funktionäre, die uns seit der Wiedervereinigung immer noch verfolgen und bespitzeln. Es sind die ganz normalen Menschen auf der Straße, die Gewöhnlichen, nicht nur die Funktionäre der Wirtschaft und der Politik. Denn sie schweigen. Sie schweigen für den Faschismus, so wie im Dritten Reich die Hunderttausenden dem Führer zujubelten oder zu Hause an den Volksempfängern seinen Hetzreden schweigend und mit verklärtem Blick lauschten. Aber es gab damals auch andere. Die den Mut zum zivilen Ungehorsam aufbrachten, wie diejenigen, die sich den Todesfunktionären des Dritten Reiches offen entgegen stellten. Es gab sie. Und es gibt auch heute noch Menschen, die sich einem solchen Regime entgegenstellen würden, wäre ihnen bewusst genug, dass sie Teil dieses Faschismus geworden sind, weil sie in ihm leben und schweigen.

Wo sind die Journalisten, die Reporter, die Buchautoren, die sich mahnend hinter denjenigen stellen, der noch nicht den Mut gefunden hat, sein Schweigen zu brechen, aber es tun würde, wäre er sich der Unterstützung gewiss? Wo sind die Mütter und Väter, die sich bewusst werden, dass sie die Freiheit ihrer Kinder und Enkel verspielen, wenn sie zu Hause darüber schweigen, was ihnen an diesem politischen System missfällt? Wo sind die Menschen, die sich Gedanken darüber machen, wie die Alternativen unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens aussehen muss, damit wir wirksam dem Faschismus entgegentreten können. Wo sind die Menschen, die nicht nur davon sprechen, sie seinen liberal oder Freidenker, aber allem Übel die Tür öffnen, weil sie es vorziehen zu schweigen? Wie kann eine Bundesbehörde einen Vorstand beschäftigen, der es als seine persönliche Aufgabe sieht, in einer Buchveröffentlichung sozialen Unfrieden in unserem Land zu schüren, weil er endlich einmal so richtig „polarisieren“ wollte. Wie kann ein Bundes-Außenminister auf seiner ersten Pressekonferenz einen englischen Journalisten zurechtweisen, weil dieser seine Frage nicht auf Deutsch stellen will? Noch dazu ein Liberal-Demokrat, wie er sich sieht… Ich könnte jetzt in meiner Wut hunderte von Beispielen nennen, wie in unserem Staat tagtäglich Faschismus praktiziert wird. Und sei es über eine Flut von Sozialreformen, die nur dazu dienen, den Reichen noch mehr Reichtum zukommen zu lassen und Hilfen und Unterstützung für Bankmanager, die in wohlüberlegter betrügerischer Absicht sich selbst bereichert haben und sei es nur durch Millionenabfindungen nach dem Ausscheiden aus ihrem Posten von einem Unternehmen, dass sie selbst an den Rand des Ruins geführt haben.

Und es sind die Politiker unseres Bundestages und unserer Länderparlamente, der Kreistage und der Gemeinden, die sich mitschuldig machen, an dem immer mächtiger werdenden Faschismus. Sie stimmen ab und kümmern sich dabei nicht im Geringsten um die Interessen des Volkssouveräns, der ihnen ihr Amt überhaupt erst ermöglicht hat. Ein Amt, das Würde verlangt, das mit Verstand und Mut ausgefüllt werden muss. Ein Amt, dessen Integrität man verpflichtet sein muss. Diese Menschen schweigen ebenfalls, wenn sie es dulden und ermöglichen, dass der Faschismus in unserem Land immer weiter wachsen kann.

Es ist nicht notwendig, ein Menetekel an die Wand zu schreiben, wie wohl unsere Zukunft aussieht. Wir brauchen das nicht mehr. Denn es wird nicht besser davon, wenn wir Ängste schüren, wie es wohl werden würde, hätten wir wieder eine SA, eine SS und eine NSDAP. Denn diesmal werden die Faschisten viel subtiler vorgehen. Was uns schützen kann, das ist das Wissen, wie wir uns praktisch gegen den Faschismus zur Wehr setzen können. Dazu gehört auch eine stabilisierende Veränderung unserer Gesellschaft, die nicht nur von Integration redet, sondern sie auch für Behinderte, alte Menschen, Obdachlose, Kranke und in ihrer Seele verletzte Menschen einsetzt, nicht nur für die Integration von willigen Ausländern, die schweigend hinnehmen, was der Faschismus ihnen an Brocken hinwirft.

Es ist eine zornige Gesellschaft von Nöten, damit die uns Regierenden begreifen, wer der Volkssouverän ist. Es ist eine willige Gesellschaft von Nöten, damit die Probleme, die uns durch die Regierenden aufgezwungen wurden, sich wieder aufheben oder abschwächen lassen. Es ist eine wachsame Gesellschaft von Nöten, die darauf achtet, dass persönliche Bereicherung am Allgemeingut materieller und immaterieller Art nicht zur Norm werden. Es wird eine vorsichtige Gesellschaft von Nöten sein, damit unsere Umwelt, die nicht nur Pflanzen und Tieren besteht, sondern auch aus dem sozialen Gemeinwesen unserer Gesellschaft und dem Recht auf bezahlte Arbeit, sich verwirklichen lässt. Umweltprobleme sind politische Probleme, die uns durch den kapitalistischen Faschismus der Banken und Großkonzerne und deren willfährigen Erfüllungsgehilfen aufgezwungen werden. Nicht zu fern ist das Desaster der Ölpest im Golf von Mexiko, dessen Auswirkungen sich nicht einmal in hundert Jahren nachweisen lassen. Es muss eine Gesellschaft entstehen, die sozial ist. Die auch soziale Verantwortung zeigt und die sich darum kümmert, dass unsere Kinder das lernen dürfen, was zum Leben erforderlich ist. Wir brauchen keinen technologischen Fortschritt auf Teufel komm raus. Wir brauchen keine unangefochtene Marktführerschaft in einer globalisierten Ökonomie. Wir brauchen eine Gesellschaft, die mutig genug ist, zu gestehen, dass Globalisierung und der immer mächtiger werdende Feudalismus der Milliardäre der falsche Weg ist.

Deutsche Schwestern und Brüder in Ost und West. Erinnert Euch daran, was die Wiedervereinigung nach Aussage von Dr. hc. Helmut Kohl und Hans Dietrich Genscher haben werden sollen. Natürlich haben sie es nicht ehrlich mit Euch gemeint, aber nur weil sie wussten, dass alle unsere Schwestern und Brüder in Ost und West im Taumel der Begeisterung nicht einmal fragen würden, wie denn all diese grünen, blühenden Landschaften hätten entstehen sollen.

Warum nehmen wir sie nicht beim Wort und fordern es endlich ein: wirtschaftlicher Aufschwung und Arbeit für alle. Kindergartenplätze für alle unsere Kinder. Verbesserte Schulausbildung. Ausbildungsplätze für alle stellensuchenden Lehrlinge und die es werden wollen. Studienplätze, für die keine unsinnigen Gebühren bezahlt werden müssen, während die Professoren, anstatt für ihre Studenten da zu sein, sich ihre Taschen mit Gutachten und Projekten aus der Privatwirtschaft finanzieren und ihre Studenten als billige Arbeitskräfte missbrauchen, die auch noch für ihren Missbrauch zahlen sollen.

Nehmt sie beim Wort und geht auf die Straße, hakt Euch ein und bildet feste Reihen und ruft: „Wir sind das Volk! Wir sind der Souverän! Wir sind die Stimme, die Euch die Verantwortung zur politischen Macht abverlangt!“.

Nur wenn wir uns bewusst werden, welche Macht wir haben, wird es ein Weg geben, ein Viertes Reich zu verhindern.

Aber nur, wenn alle den Mut finden, ihre Finger in die Wunde der Politik zu legen. Und nicht nur Einzelne, deren Stimme in der breiten Masse der Schweiger verstummt.

November-Regentage…

Auch wenn es draußen stürmt und regnet, so sind es doch herrliche Tage. Gestern Abend, als die Sonne unterging, saß ich gerade unten im Büro bei der Administrationsarbeit am heimischen Server und draußen war ein Farbenschauspiel sonder Gleichen! Ein Himmel in Farben, die das Herbstlaub regelrecht aufleuchten ließen. Unten kann ich bei uns direkt in den Garten sehen, auf die Äpfelbäume, die Quitten, die große Tanne, unsere Hecken und die Hagebutten, die genau in dem Moment besonders schön zur Geltung kamen… und da ärgerte ich mich echt, dass meine Speicherkarte in der Kamera, die unten am Computer liegt, voll war… Sonst hätte ich garantiert einen Satz nach draußen gemacht und dieses Lichtspiel fotografiert! Aber ich weiß: auch wenn so ein Moment einmalig ist, es kommen noch viele schöne Momente – in denen ich sogar meine Kamera in der Hand habe!

Es gibt auch schöne Tage…

Nachmittagssonne im Rheintal bei St. Goarshausen
Nachmittagssonne
Natürlich ärgert es mich, dass mein Motorroller nun nur noch Schrottwert hat und eine Reperatur den Kaufpreis um das eineinhalbfache übersteigen würde. Wirtschaftlichen Totalschaden nennt man das. Und natürlich ärgert es mich, dass ich gleich wieder zum Verbandswechsel muss – und die Schmerzen sind mehr als unangenehm! Und es ärgert mich, dass dieser Trottel, der mich mit seinem Möchtegernvan „abgeschossen“ hat, auch noch ungestraft davon kommt. Denn die Versicherung zahlt nichts, die Aufklärungsquote bei Fahrerflucht liegt bei unter 0,5% und es ist somit unwahrscheinlich, dass jemand gefasst wird, der dafür verantwortlich ist. Trotzdem gibt es wunderschöne Tage, allein schon beim Anblick meiner Bilder…

Medienhype Chile als Ablenkung von Verschärfung des Demonstrationsrechtes

 

Wussten Sie, dass heute, 13. Oktober 2010, das Demonstrationsrecht erheblich eingeschränkt wurde und dass der Widerstand gegen eine Festnahme bei einer Demonstration, auch wenn der festnehmende Polizist nicht verletzt wird, jetzt mit drei Jahren Haft bestraft wird? Gerade solche Medienhypes, wie die Rettung der Bergarbeiter in Chile, die sicher durchaus wichtig genug für eine Nachrichtenmeldung ist, werden dazu genutzt, um gegen unser Volk härtere Gesetze auf dem kleinen Dienstweg durchzupeitschen; am Bundesrat vorbei.

Wann haben wir endlich die Zustände erreicht, wie sie schon in der DDR herrschten – oder gar im Dritten Reich, damit wir endlich wieder “befreit“ werden können? Diese Frage kommt langsam unweigerlich auf. Aber an eines sollten wir dabei denken: es wird kaum jemand kommen und uns dieses Mal retten wollen.

Es liegt also an uns, möglichst schnell Bürgerbegehren für eine Neuwahl auf die Beine zu stellen, solange dieses Recht uns noch gegeben ist! Auch in Bundesländern wie in Hessen, die durch ihre Landesverfassung zum Bürgerbegehren entsprechend benachteiligt sind. Aber wenn mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten sich dazu entscheiden können und ihre Unterschrift und ihre Wahlabsicht bekunden, dann können wir es endlich schaffen, uns diese Regierung vom Hals zu schaffen. Zu lange hat Dienstbeflissenheit sich schon in Machtbesessenheit wandeln können.

Mord als Sport?

Für mich war diese Tour in den Westerwald bis nach Herold (bei Katzenellenborgen) und dann die Lahn entlang an den Rhein hinunter nach Rüdesheim, Eltville, Wiesbaden und weiter nach Hause eine wunderschöne Reise! Herrlich.

Und an der letzten Ampel kurz vor der Haustüre (wenige hundert Meter Luftlinie) geschah es dann. Ich bin gerade dabei mich nach links einzuordnen, ein Fahrzeug ca. 150m hinter mir auf der rechten Fahrspur fängt an mich zu überholen und erreicht mich, drängt mich ab, als ich auf der Mittellinie bin, zieht an mir nach rechts vorbei und fährt geradeaus weiter. Ich muss rechts ausweichen und kontrolliert vom Moped absteigen und landete mehr oder weniger unbeschadet auf dem Gehweg neben der Fahrbahn. Das Moped mir hinterher und blieb auf meinem linken Bein liegen. Nach ca. 30 Sekunden kamen die nächsten drei Fahrzeuge, hupend, weil meine auf der Fahrbahn querliegende Maschine den Verkehr behindert und fuhren weiter. Erst das vierte und fünfte Fahrzeug, gut 50 Sekunden nach dem Unfall hielt und freundlichen Menschen halfen mir, das Moped aufzurichten und mir aufzuhelfen, riefen Polizei und Krankenwagen. Ich selbst habe mir an der Bordsteinkante das rechte Knie geschrammt und noch eine kleine Schürfwunde am Handballen, sonst nichts. Die obligatorische Fahrt im Rettungswagen ins Krankenhaus nach Hanau zum Röntgen der Halswirbelsäule und des rechten Knies war dann eben mit inklusive… Gelernt ist eben gelernt. Schließlich habe ich beim Bund (schon 1974) meine Motorradfahrschule gemacht und damals noch das kontrollierte Absteigen vom fahrenden Motorrad gelernt. Was ist aber mit denen, die das heute nicht mehr erlernen und in solchen Situationen verzweifelt versuchen, das Moped unter Kontrolle zu bringen? Die werden meistens aus der Kundenkartei ihrer Versicherung gelöscht…

Vor einiger Zeit sprach ich mit einem “professionellen Motorradfahrer“ der Autobahnpolizei und der berichtete mir davon, dass es inzwischen zum Sport geworden ist, Motorradfahrer “abzuschießen“. LKWs ziehen auf der Autobahn nach links raus, um überholende Motorräder zum Sturz zu bringen und filmen ihre Taten auch noch, um sie dann als Trophäen präsentieren zu können. Ebenso auch PKWs, die ganz gezielt Motorräder bedrängen und schneiden und dabei im Grunde einen “versuchten Totschlag“ oder “schwere Körperverletzung mit Todesfolge“ in Kauf nehmen. Nicht wenige Motorradfahrer werden zeitlebens zum Krüppel gefahren und müssen um eine Integration in der Gesellschaft kämpfen. Das Schlimme an der Sache ist, dass sogar Fahrlehrer sich in ihren Fahrzeugen bei einer Alleinfahrt dermaßen unvorschriftsmäßig verhalten, dass ich selbst schon solche brenzligen Situationen erlebte. Wie sollen da Autofahrer ein verantwortungsvolles Fahren erlernen???

Auf rund 6100km im letzten halben Jahr habe ich genau diese Situation mehr als 100 Mal erlebt, dass ich beim Links- und rechts-abbiegen überholt und geschnitten wurde. 100 Mal versuchter Totschlag, so seh ich das! Die Perversion kennt eben keine Grenzen.