Alle Beiträge von Steinchen

58 Jahre alter Autor und Fotograf, Katzenliebhaber, Motorradfahren, Reisen, Lesen, Schreiben, Brieffreundschaften, Musikfan (von Klassik bis Hardrock), spiele E-Bass.

Das Rauschen der Gipfel …

Was der G20-Gipfel 2017 in Hamburg uns gebracht hat, ist wahrlich der Gipfel. Nicht nur diese butterweich-genudelte Abschluss-Erklärung, sondern darüber hinaus noch eine massenhafte Verunglimpfung vernünftiger Staatsbürger, die ihrem verfassungsmäßigem Recht aus dem Grundgesetz auf friedlichen Protest nachgegangen sind – sondern eben auch diese bodenlose Impertinenz von Verfassungsschutz-Organen und Polizei (hier besonders die Organisations-Ebene, die ihre eigenen Angestellten und Beamten mutwillig in Gefahr gebracht hat), die sich einfach viel zu fein waren, im Vorfeld zu G20 tätig zu werden und die „Gefährder“ (sprich die Prügelknaben von „Welcome to Hell“) vorher festzusetzen und gar nicht nach Hamburg anreisen zu lassen. Ich wette zu 99,99%, dass den Behörden und staatlichen Organen jeder dieser Chaoten mit Name, Anschrift und Ausweisnummer bekannt war (auch im Ausland), so dass es ein leichtes gewesen wäre, diese wegen „staatsfeindlicher Aktivitäten“ zumindest für die G20-Zeit in Untersuchungshaft zu nehmen.

Was die Politik angeht, kann man nur sagen, da Trump, Putin und Erdogan ihr eigenes Süppchen kochen wollten und ordentlich haben kochen lassen, kann man den anderen 16 Nationen (einer wollte ja gleich gar nicht kommen) nur das Bedauern aussprechen, dass sie mit ihren Intensionen falsch verstanden wurden.

Für die Austragung eines G20-Gipfels 2018 empfehle ich schon mal den Anruf bei MSC oder der Meyer Werft, ob man den Organisatoren nicht von vorn herein ein großes Kreuzfahrtschiff anmieten könne. Damit können sie ja dann ein paar Tage über die Weltmeere schippern, vielleicht sogar von Flugzeugträger, Atom-Ubooten und Fregatten begleitet, und in aller Ruhe vor laufenden Kameras (wozu gibt es Live-Streams via YouTube oder Skype) ihre Konferenz abhalten. Sollte irgend ein Politiker wieder mal keine Lust haben, mitmachen zu wollen und befindet sich leider aber schon an Bord, darf er gerne über die Reling springen … in warmen Gewässern warten dann schon die Haie auf ihn. Die Natur wird damit fertig werden. Von Ihr werden auch Politiker rückstandsfrei entsorgt. 😉

Wir Deutschen sind weder Verbrecher, noch Kriminelle noch Terroristen

Wer kann sich noch an den politischen Entschluss von Horst Herold, ehemals BKA-Präsident, 1979 die sogenannte „negative Rasterfahndung“ einzusetzen? 1980 wurde der Begriff „Rasterfahndung“ sogar zum Wort des Jahres gekürt. 1995 kam dann in Bayern erstmals die „Schleierfahndung“ zum Einsatz, die heute in den Gesetzen unserer Bundesländern verankert ist. Nach dem 11. September 2001 kam dann die „Rasterfahndung“ das allererste Mal bundesweit zur Anwendung. Am 4.4.2006 gab das Bundesverfassungsgericht einem marokkanischen Studenten Recht, dass die Rasterfahndung in dieser Form illegal eingesetzt wurde und auf die konkrete Gefahr zu beschränken sei. Am 6. März 1998 bereits wurde vom Bundesrat durch die Einfügung der Absätze 3 bis 6 des Artikel 13 des Grundgesetzes der vom Bundestag am 16.1.1998 beschlossene „Große Lauschangriff“ mit der akkustichen Wohnraumüberwachung ermöglicht. Damit haben wir damals schon den besonderen Schutz der Privatsphäre in den eigenen vier Wänden verloren und die in Artikel 13 des GG vereinbarte Unversehrtheit der privaten Wohnung obsolet geführt. Das wurde damals schon als rechtlicher Abgrund angesehen.

Heute sind wir einen Schritt weiter. Mit dem Beschluss der Quellen-TKÜ vom 19. Juni 2017 wurde Art. 13 Abs. 3-6 des GG nocheinmal erweitert und  der §100c StPO dahingehend verschärft, dass es dem Staat erlaubt ist, sogenannte „Staatstrojaner“ auf den Computern und Smartphones zur verbesserten „akkustischen Wohnraumüberwachung“ installiert werden dürfen. Dies würde aber einen Einbruch in die privaten Wohnräume erfordern, wobei wir mit dem Artikel 13 GG, Abs. 3-6 jetzt wirklich wieder im Zeitalter des Überwachungsstaates durch die Stasi angelangt sind.

Was heute Gang und Gäbe sein soll, wäre für die Mitarbeiter des Ministerium für Staatssicherheit der DDR ein feuchter Traum gewesen. Mitlesen von Emails, Messengerdiensten, Computer-Durchsuchungen auch für Inhalte aus der Vergangenheit(!) ist jetzt politisch gewolltes Ziel. Jeder der seine Kommunikations-Inhalte verschlüsselt, um seine Privatsphäre zu schützen, macht sich als vermeintlicher Verbrecher, kriminelles Subjekt oder gar Terrorist verdächtig und darf auf richterlicher Anordnung hin auch elektronisch durchsucht werden.

Damit konterkarrieren wir alle Anstrengungen in privater Hand, der Flut von kriminellen Angriffen über das Internet auf Privatpersonen überhaupt Herr zu werden. Selbstschutz macht uns also zu Verdächtigen und rückt uns zentral in den Fokus derer, die nicht einmal ansatzweise erklären können, was mit dem gewonnenen Datenschatz geschieht, wohin er gebracht wird, wer auf ihn aufpasst, wann er wieder vernichtet wird oder ob überhaupt, oder ob man ihn meistbietend sogar an den Geheimdienst weiterveräußert, der am besten zahlt.

Am deutlichsten wird das durch die Tatsache, dass die Einwohnermeldeämter ihrerseits mit unseren Einwohnermelde-Daten schon seit Jahrzehnten ordentlich Kasse machen!

Europäische Emanzipation statt Trump-Bashing…

Gerade, was Bundeskanzlerin Angela Merkel in Brüssel auf dem G7-Gipfel vorgeführt hat, sollte uns eine politische Richtschnur sein: wir sollten uns auf eine Europäische Emanzipation besinnen und mit dem Trump-Bashing aufhören. Gerade, wenn man auf wütende und nörgelnde Kinder trifft, kann man sie mit Nichtbeachtung ihrer Ausfälligkeiten am geschicktesten zur Tagesordnung zurückführen. Trumps kindlicher Macho-Stil mit seinem bipolarem Gemüt braucht eine solche reservierte Behandlung. Aber wir sollten als Europäer niemals vergessen, dass es unserer Eigenverantwortlichkeit geschuldet ist, wie sich die Europäische Außen- und Wirtschafts-Politik in Zukunft gestaltet. Wenn wir uns fragen, was können wir für Europa tun, dann ist diese Frage wichtiger, als wenn wir uns den Kopf zerbrechen, welche Unmöglichkeiten sich Trump in der Zukunft noch leisten wird. Er wird es ohnehin tun, auch unser Zutun und ohne unsere besondere Beachtung. Wir können uns auch sicher sein, dass das US-amerikanische Volk selbst weiß, wie es mit dem Problem Trump in Zukunft umgehen wird. Es ist allein Verantwortung der US-Verfassung und der US-Justiz, wann und in welchem Umfang sie ein Amtsenthebungsverfahren gegen die gesamte amtierende US-Regierung einleitet, um weiteren Schaden von den Vereinigten Staaten abwenden zu können.

Hauptsache dagegen?

Was wird aus unserer deutschen Demokratie? Eine Bewegung „Hauptsache dagegen“ oder ist es auch in Schleswig-Holstein möglich, dass man sich in den Koalitionsverhandlungen und in der parlamentarischen Zusammenarbeit schnellstens auf einen Nenner einigt? Nämlich, Business as usual und eine zukunftsweisende Dreiparteien-Zusammenarbeit für den nächsten Bundestag 2017?

Amerika auf dem Weg zur nach-demokratischen Anomie?

Wie Chef-Berater Stephen Bannon schon verlauten ließ, will er die bestehenden Strukturen des amerikanischen Staates niederreißen und zerstören. Erstmalig hat er gestern auf dem CPAC, Washington D.C.  in einem Interview bei Fox-News ausführlich dargestellt. Alles was demokratisch und links ist, gehört für ihn zum Establishment und Trumps heutiger Auftritt beim CPAC (dem Dachverband der Konservativen Unterstützer: NRA, White Heritage Fund usw.) zeigte deutlich, dass er sich seine eigene Realität geschaffen hat, die nichts anderes mehr gelten lässt. Nukleare Aufrüstung, Aufruf zur Hetzjagd auf Illegalen (Ausländern) in den USA im US-Senat, all das wird ihm nach und nach selbst schaden. Sein LGBT-Dekret (die föderale Förderung von Transgender, Lesben und Schwulen zu beenden) wird ihm die großen Tec-Konzerne (wie Apple, Google und so weiter) zu erklärten Gegnern machen. Weder das europäische Parlament (welches auch die CPAC unterstützt!) noch unsere Regierung (welche sich in Sachen Abschiebung gerade bestens bekleckert) beziehen bisher eine klare Stellung gegenüber all diesen Bestrebungen gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung. Sind wir nicht nur in der post-faktischen Zeit angelangt, sondern auch in der nach-demokratischen Anomie?!

Die Demokratie muss sich zur Wehr setzen…

Die USA entwickelt sich eindeutig zu einem autokratischen System. Wer sich auf die Bürgerrechte und die Verfassung berufen will, wird als illegal stigmatisiert und mit Repressalien bedroht. Dadurch wird immer mehr Druck gegenüber der Demokratie aufgebaut, um andere, die willig sind, sich für die Einhaltung von Verfassung und Demokratie einsetzen wollen, einzuschüchtern.

Amerika ist zwar tausende Kilometer weit weg, aber dieses Problem ist auch unser Problem. Auch hier wollen rechte Kräfte Widerstand gegen unsere Demokratie und unsere Grundrechte schüren und uns, denen unsere Grundrechte und unsere Demokratie am Herzen liegen, genau so einschüchtern.
Gerade aus diesem Grund ist es wichtig, dass wir offen für unsere Grundrechte und unsere Demokratie einstehen. Es geht nicht nur um unsere persönlichen Rechte, sondern um die Rechte für alle, auch die, die uns unter Druck setzen wollen. Ohne diese Rechte kann es keine Gerechtigkeit geben. Und ohne die Gerechtigkeit kann es kein soziales Miteinander geben.

Unsere soziale Gemeinschaft, und da meine ich nicht nur uns Deutsche, sondern uns Europäer insgesamt, muss uns das Wichtigste sein. Nur so können wir uns gegen Diktatur, gesellschaftliche Unruhen oder gar einen europaweiten Bürgerkrieg schützen. Denn die rechtsgerichteten Kräfte haben nur ein Ziel: unseren sozialen Frieden zu zerschlagen und sich an uns und durch uns zu bereichern, wie es schon im Dritten Reich der Fall war.

Diktatur, Autokratie, alles egal?

„Ja sind die denn alle Nazi?“ Diese entsetzte Frage kam vor kurzem auf mich zu. Ich weiß es nicht. Was ich denke? Wir leben in einer Zeit, in dem uns das Gefühl für Demokratie offensichtlich abhanden gekommen ist. Das erinnert mich an ein von mir oft genutztes Zitat meines Großvaters, auf meine Frage, was denn Faschismus sei: „Bubele, Faschismus ist hauptsächlich eine Frage des Geldes!“ Es ist unbestreitbar, dass die uns möglicherweise in nächster Zukunft drohenden Faschisten rundherum nicht mit Geld sparen müssen. Noch viel wichtiger ist dabei zu beachten, was sie mit ihren Umtrieben (Politik möchte ich das nicht nennen) bezwecken: noch mehr Geld scheffeln. Natürlich ist es auch so, dass erst einmal die Ärmsten unter den Armen ausgepresst werden sollen, dann kommen nach und nach die Reicheren dran, auf jedenfalls fließt das Geld immer nach oben – ganz so, wie wir es im Dritten Reich kennen gelernt haben. Die Konzentrationslager und Arbeitslager für Zwangsarbeiter sind auch nur dazu errichtet worden, um sich am Hab und Gut der Verfolgten bereichern zu können. Profitiert haben davon bis heute vor allem die faschistischen Anhänger dieses Systems, sofern sie reich genug dazu waren, um innerhalb des Systems weit genug nach oben aufsteigen zu können.

Was in den U.S.A. derzeit der Welt vorgeführt wird, ist die Wiedereinführung eines solchen faschistischen Systems, linientreu nach den Vorlagen von George Orwell und Aldous Huxley. Und wir brauchen es nicht mehr zu befürchten, dass es so kommt. Nein, wir sind mittendrin.