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58 Jahre alter Autor und Fotograf, Katzenliebhaber, Motorradfahren, Reisen, Lesen, Schreiben, Brieffreundschaften, Musikfan (von Klassik bis Hardrock), spiele E-Bass.

Der Blick in die Bildungsferne

Wir leben in bildungsfernen Zeiten

Heute weiß ich, dass ich sehr gute Lehrer im Fach Deutsch, Geografie ebenso später in den Fächern Politik, Geschichte und Völkerrecht hatte und das mir die Strenge und die Ansprüche dieser Lehrer kein Bisschen geschadet haben.

Heute ist der Begriff „Staatsbürgerkunde“ nur noch im Zusammenhang mit der „SED Vergangenheit“ in Verbindung gebracht – was ihm nicht gerecht wird. Zwar hätte jedem SED-Funktionär in der DDR Staatsbürgerkunde sehr gut getan, aber Karriere war auch damals eine Sache von Rang und Namen (bzw. Geld in Form von West-Devisen).

Ich kann nur immer wieder betonen, dass eine gute sprachliche Bildung und Erwachsenen-Weiterbildung hierzulande viel zu stiefmütterlich behandelt wird. Der Staat selbst hat sich aus dieser Verantwortung für seine Bürger*innen gestohlen und es kommerziellen Bildungseinrichtungen, die es über das Internet wie Sand am Meer gibt, überlassen, aus dem tatsächlich notwendigen Bedarf an Bildung Kapital zu schlagen. Wenn wir also meinen, die Wende 1989/1990 hätte alles besser werden lassen, dann gilt das weder für die alten, noch viel weniger für die neuen Bundesländer. Wir haben damals die Generation über 10 Jahre (Lebensalter) in Sachen Bildung gänzlich im Stich gelassen. Heute sind jene Ende 30, Mitte 40 und stellen im Prinzip die Generation dar, die für die Erziehung von Jugendlichen und Heranwachsenden unserer Zeit verantwortlich zeichnen sollen. Dabei haben von jenen die allerwenigsten aus Erfahrung lernen dürfen, wie wichtig es ist, sein eigenes Bildungs-Schicksal in die Hand zu nehmen und sich auch auf eigener Initiative ständig weiterzubilden. Wir können uns mit Weiterlernen dann zur Ruhe setzen, wenn uns der letzte Schnaufer entfährt, aber wir können bis dahin jederzeit immer weiter lernen.

Meine Erfahrung als Senior-Berater in der Wirtschaft und der Industrie hat mir über Jahre gezeigt, dass den meisten Menschen das Lesen deshalb schwer fällt, weil sie mit dem Gebrauch unserer deutschen Sprache, geschweige denn dem Gebrauch von technischen oder fachspezifischen Sprachen nicht vertraut sind. Wer kann schon ehrlich von sich behaupten, dass er eine Bedienungsanleitung gelesen, beziehungsweise auch verstanden hat?

Jetzt sind wieder Wahlen in unserem Bundesland Hessen angesetzt. Ich habe mir dazu gestern die Wahlunterlagen für die nun anstehende Änderung unserer Landesverfassung angeschaut und war entsetzt über die Chuzpe, mit der die Wahlkommission des Hessischen Landtags zum Artikel 26a der Hessischen Verfassung einen dermaßen missverständlichen Kontext zu der anstehenden Gesetzesänderung formuliert hat, dass die Mehrheit einer Einführung des neuen Hessischen Polizeiaufgabengesetzes durch die Hintertür zustimmen wird!

Das alles hat aber damit zu tun, dass sich kaum jemand noch mit den juristischen Formulierungen unserer Gesetze und Verordnungen auseinandersetzt und nur zu dem Schluss kommen kann, dass „die da oben“ doch nur machen, was sie wollen – Resignation als Produkt von staatlich zu verantwortenden Bildungsferne also.

Doch wer ist der Staat. Artikel 20 unseres Grundgesetzes sagt eindeutig, „alle Macht geht vom Volke aus“. Was gerne auch in jeglichen Zusammenhängen zitiert wird. Aber selten haben unsere Bürger*innen verstanden, dass dies mit etlichen Einschränkungen verbunden ist, die es teilweise berechtigterweise aus unserem geschichtlichen Zusammenhang gibt, die aber andererseits auch teilweise wieder abgeschafft werden sollten. Nur, dann müssen wir Bürger*innen auch das Heft in die Hand nehmen, es lesen, und lernen Fragen zu stellen!

Leider gehört heute die Mehrheit unserer Bevölkerung zu den Menschen, die keine Fragen mehr stellen. Was im Internet an Halbwahrheiten herumschwirrt, wird als bare Münze genommen. Halbseidene Äußerungen unserer Politiker (die wohl im früheren Leben alle Bankberater, Metzger oder Versicherungsvertreter gewesen sein mögen) werden nicht mehr in Frage gestellt. Berechtigte Kritiken vermag kaum noch jemand zu formulieren, weil er im Umgang und im Sprachgebrauch mit der Deutschen Sprache nicht mehr genug geübt ist. Auch den heutigen „Journalisten“ mangelt es, gerade in der schreibenden Zunft, an Erfahrung in Sprache, Geschichte, Wissen über Politik und Wirtschaft. Und so wird kaum noch ein Blatt gedruckt, welches auch sprachlich den Namen „Nachricht“ verdient. Im TV, und das nicht nur bei den privaten Nachrichtensendern, wird kompetente Recherche und sprachliche Fähigkeit, eine Nachricht auch allgemein verständlich und mit korrekter Grammatik zu formulieren, sehr klein geschrieben. Wenn, dann geht es nur darum, möglichst reißerisch daher zu kommen und Hintergrund-Informationen in Dokumentationssendungen, die tatsächlich mit fundierten Recherchen daher kommen, werden für unsere Bürger*innen aus arbeitstechnischen und beruflichen Gründen unerreichbar ins sehr späte Nachtprogramm verschoben.

Ich bin heute mehr denn je zu der Auffassung gekommen, dass es einen Ruck geben muss. Nicht von oben, wie es einst unser Ex-Bundespräsident Roman Herzog gefordert hatte, sondern vor allem von unten. Wieder den Mut zu finden, ein Buch in die Hand zu nehmen und lesen zu üben! Wieder Papier und Schreiber in die Hand zu nehmen und einen persönlichen Brief von Hand zu schreiben. Wieder zum Zeitungsstand zu laufen und sich eine Zeitschrift zu kaufen, die sich mit unseren Alltagsdingen in der Politik und dem Weltgeschehen beschäftigt. Wieder mit anderen Menschen zu sprechen und sich auszutauschen. Und, was am allerwichtigsten ist: wenn man etwas nicht weiß oder nicht verstanden hat, zu fragen!

Wir, das Volk, haben uns von der Bildung entfernt. Sie ist uns nicht einfach davon gelaufen.

Mit was wird Bundeskanzlerin Merkel erpresst?

Dass Herr Bundesinnenminister Seehofer etwas in der Hand hat, mit dem er Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel erpressen kann, das wird immer offensichtlicher. Inzwischen kann Herr Seehofer tun und lassen, was ihm gefällt; und niemand steht auf und widerspricht ihm. Seit Monaten stelle ich mir die Frage, um was handelt es sich, mit dem Herr Horst Alexander Seehofer seine Bundeskanzlerin erpressen kann. War er mit ihr im Bett (was ich mir wirklich schwerlich vorstellen mag), hat sie Geld von ihm angenommen (so dumm kann doch keine Angela Merkel sein? Oder?) oder war sie eventuell MfS-Spitzel bei den Wiedervereinigungsverhandlungen, als sie noch am runden Tisch saß (natürlich war jeder in der DDR irgendwie informeller Mitarbeiter des MfS, ob er es gewusst hat oder auch nicht)?

Aber anders ist Angela Merkels Reaktion auf Horst Seehofer nicht zu verstehen. Ich habe in meiner beruflichen Laufbahn sehr viele Getriebene getroffen, die von anderen Kollegen erpresst wurden, bis hinauf in die Vorstandsetagen großer deutscher Konzerne. Ich habe an ihnen studieren können, wie sie sich in dieser Zwangssituation verhielten und ich sehe all diese Verhaltensmuster auch bei Frau Bundeskanzlerin Angela Merkel. Auch sie versucht nach außen hin ein Bild der Normalität zu vermitteln, in dem sie gute Mine zum bösen Spiel macht. Nicht über ein Problem zu sprechen, heißt noch lange nicht, dass es dieses Problem nicht gibt.

Jedenfalls sind wir damit auf der Tabelle der Länder, die sich um die Bekämpfung der Korruption bemühen sehr weit nach hinten gerutscht. Wenn führende Politiker erpressbar sind, braucht man kein Geld, was man ihnen gibt oder gegeben hatte. Sie sind auch so korrupt und hintergehen ihr eigenes Volk. Der sauberste Schnitt wäre der geschlossene Rücktritt der Bundesregierung und sofortige Auflösung des Deutschen Bundestages mit Neuwahlen spätestens im Herbst. Und, was noch viel wichtiger ist, Nichtzulassung aller aktuell im Bundestag vertretenen Bundestagsabgeordneten und politischen Staatssekretären für die Neuwahlen! Denn nur so können wir einer möglichen Korruption bis in die obersten Spitzen unseres Staates wirksam begegnen. Und es würde das Problem AfD mit einem Schlag lösen!

Neues aus dem faschistischen Deutschland

Es ist schon ein Husarenstück! Da kann ein CSU-Bundesinnenminister über Jahre hinweg eine CDU-Bundeskanzlerin erpressen – und jetzt wird dem Seehofer-Freund Maaßen ein Freibrief erteilt. Wie tief sind wir eigentlich gesunken? Auch dass die SPD keine Konsequenzen gezogen hat, und die Koalition nicht rechtzeitig aufkündigte, es ist einfach unglaublich. Da macht sich nicht nur eine deutsche Regierung in der ganzen Welt unglaubwürdig, da macht sich auch das „demokratische EU-Mitgliedsland Deutschland“ nicht nur unglaubwürdig für die gesamte Europäische Union, sondern auch bis auf die Grundfesten in der ganzen Welt blamiert!

Wir sind noch nicht einmal die Bananen wert, die man unserer Republik hinterher werfen möchte!

Essays und Aufsätze 2018

Hier nun die aktualisierte Version der beiden Aufsätze:

„Europa und Migration“

und

„Verantwortungs-Bereitschaft“

Ich habe die beiden Aufsätze in ein Epub-Dokument zusammengefasst und dies auch zusätzlich noch als PDF-Dokument hinterlegt. Wenn sie auf den entsprechenden Link tippen, können Sie das Dokument direkt herunterladen.

Public Domain: Unter Nennung meiner Autorenschaft können Sie dieses Dokument gerne an andere weiter reichen.

Ein Tag mit tausenden Fragen

Der 11. Juli 2018 wird in die Geschichte eingehen. Heute wurden die NSU-Täter zu langjährigen Haftstrafen verurteilt, wobei aber tausend Fragen nach den Motiven für die Morde offenblieben, weil sich der Verfassungsschutz schützend über seine eigene Rolle und damit auch schützend über die Täter stellte.

Aber es gibt noch einen anderen Aspekt, warum dieser Tag ein Besonderer ist: heute beginnt der NATO-Gipfel 2018 in Brüssel und es droht ein Eklat, ähnlich wie auf dem letzten G7-Gipfel, wenn Trump der NATO seine Solidatität entzieht und die NATO vor das Problem stellt, wie sie das transatlantische Bündnis ohne die USA aufrecht erhalten soll. Es könnte also morgen der letzte NATO-Gipfel überhaupt gewesen sein.

Wichtig ist eines: es sind tausende Fragen, die auf Antworten warten. Dazu gehört die wichtigste Frage: unterstützt der Verfassungsschutz den Faschismus in Deutschland und somit auch in Europa, um sein großes Feindbild Links-Radikale aufrecht erhalten zu können? Sicher, es gibt auch links-gerichtete Radikalität in Deutschland, aber es rechtfertigt nicht, dass wir mit dem Ende des NSU-Prozess den Faschismus in Deutschland unter den Teppich kehren.

Genauso wichtig ist die Frage: was tun wir für unsere Sicherheit in Europa? Brauchen wir ein neues starkes eurpäisches Verteidigungsbündnis mit Partnern in Übersee? Canada, Australien? Welche Staaten in Europa werden dieses Bündnis mittragen wollen? Wieviel müssen wir Deutschen mehr für den Aufbau dieses europäischen Verteidigungsbündnis tun?

Für unsere Premium-S-Klasse-Kunden …

Vorsicht: Satire!

Oberst Horst Wolleneber sitzt mal wieder mit seinem Lieblingsbesucher vom Lobbyverband der Rüstungsindustrie Dr. Lothar Schebbenwohl bei einem zünftigen Schwenker Mariakron zusammen und sie unterhalten sich über die neusten Angebote der Rüstungsindustrie, die einen an den neuen Wehretat der Bundeswehr angepassten Angebotskatalog zusammengestellt haben.

„Herr Oberst Wolleneber, wir haben unsere Angebote jetzt extra für Sie umstrukturiert. Sie kennen doch das Klassenmodell dieser Firma mit dem Stern auf der Haube?“

„Aber sicher doch. Was haben Sie denn da Schönes…“ Oberst Wolleneber blättert in dem Katalog, dem ihn sein Gast mitgebracht hat und schon sieht er Ähnlichkeiten. „Klasse A, Klasse B, Klasse C, Klasse E, Klasse G, Klasse M, Klasse S“ … „Was bedeuten denn die Buchstaben im Einzelnen?“

„Sehen Sie, Herr Oberst, Klasse ‚A‘, das ist unser Billigangebot, falls die schwarze Null noch schwärzer werden soll. Das ist absolut nur für die ganz schlimm Notleidenden. Klasse ‚B‘ ist „Bestell-Ware“. Das heißt, Sie bestellen, wir liefern. Das kennen Sie ja sicher aus J4 Nachschub.“

„Ja, kenne ich. Ich bestelle was und warte dann, ob es vor meiner Pensionierung noch geliefert wird“.

„Genau. Deshalb, diese Produktgruppe ist auch nicht so geeignet für Sie“.

„Und Klasse ‚C‘?“

„Klasse ‚C‘ ist die Comfort-Gruppe. Sprich, Sie müssen überhaupt nichts bestellen, wir liefern Ihnen einfach“.

„Also, alles so wie bisher? Sie liefern, wir zahlen … naja, irgendwann. Ich weiß, da gibt es Verbesserungsmöglichkeiten.“

„Genau. Klasse ‚E‘ dürfte für Sie wesentlich nützlicher, das heißt, wir schicken Ihnen fertig zerlegte Neuware und Sie verwenden die Teile dann als Ersatzteile.“

„Ist dann die Klasse ‚A‘ nicht billiger?“

„Doch, doch. Aber das sind die Alt-Teile. Deshalb ist das bei uns das Sonderangebot“.

„Gut. Und was ist die ‚G‘-Klasse?“

„Ganz einfach. Sie kaufen, Sie setzen die Systeme ein und Gesamturteil ist ‚geht schon‘, also für den Einsatz nur im äußersten Notfall zu empfehlen.“

„Herr Dr. Schebbenwohl, wir haben den Notstand!“

„Nun, ich denke, Sie werden sicher was passendes in unserem Katalog finden“.

„Klasse ‚M‘?“, fragt der Oberst Wolleneber interessiert?

„Ja, die Klasse M, das ist Spezialgerät. Sprich, Sie wollen zum Beispiel einen Mannschaftstransportwagen. Sie haben dann also den Mannschaftstransportwagen und Sie haben Ihre Mannschaft. Die trägt dann den Mannschaftstransportwagen.“

„Aber das ist doch …“

„Deswegen heißt der ja auch ‚Mannschaftstransport-Wagen‘!“

„Gut. Und was ist mit der ‚S‘-Klasse?“

„Ich glaube, dieses Produkt für unsere Premium-Kunden wie die Bundeswehr ist genau das, was sie suchen.“

„Wie kommen Sie zu dieser Schlussfolgerung?“

„Unsere ‚S-Klasse‘ wird ausschließlich aus Schrott zusammengebaut. Allein der Materialwert im Wiederverkauf macht sich da bezahlt“

Oberst Wolleneber nimmt erst mal einen kräftigen Schluck aus seinem Schwenker. „Ja, das stimmt!“

In Japan gäbe es dafür nur noch einen Ausweg …

Kompromisse hin oder her, Bundesinnenminister Horst Lorenz Seehofer hat sich verzockt, Alexander Dobrindt hat sich lichterloh gezündelt und Markus Söder hat sich ins unglaubwürdige Aus manöveriert. Und jetzt schon wieder einen Kompromiss? In Japan hätte es für Ehrenmänner nur noch eines gegeben: Der Griff zum Tantõ und den Oberkörper entblöst … Wir müssen es nicht so blutig machen, aber unsere Bundeskanzlerin könnte durchaus die CSU-Minister der Reihe nach entlassen, schließlich bringen sie nur Unruhe in den politischen Alltag. Damit sollte es jetzt Schluss sein.