Ein Tag mit tausenden Fragen

Der 11. Juli 2018 wird in die Geschichte eingehen. Heute wurden die NSU-Täter zu langjährigen Haftstrafen verurteilt, wobei aber tausend Fragen nach den Motiven für die Morde offenblieben, weil sich der Verfassungsschutz schützend über seine eigene Rolle und damit auch schützend über die Täter stellte.

Aber es gibt noch einen anderen Aspekt, warum dieser Tag ein Besonderer ist: heute beginnt der NATO-Gipfel 2018 in Brüssel und es droht ein Eklat, ähnlich wie auf dem letzten G7-Gipfel, wenn Trump der NATO seine Solidatität entzieht und die NATO vor das Problem stellt, wie sie das transatlantische Bündnis ohne die USA aufrecht erhalten soll. Es könnte also morgen der letzte NATO-Gipfel überhaupt gewesen sein.

Wichtig ist eines: es sind tausende Fragen, die auf Antworten warten. Dazu gehört die wichtigste Frage: unterstützt der Verfassungsschutz den Faschismus in Deutschland und somit auch in Europa, um sein großes Feindbild Links-Radikale aufrecht erhalten zu können? Sicher, es gibt auch links-gerichtete Radikalität in Deutschland, aber es rechtfertigt nicht, dass wir mit dem Ende des NSU-Prozess den Faschismus in Deutschland unter den Teppich kehren.

Genauso wichtig ist die Frage: was tun wir für unsere Sicherheit in Europa? Brauchen wir ein neues starkes eurpäisches Verteidigungsbündnis mit Partnern in Übersee? Canada, Australien? Welche Staaten in Europa werden dieses Bündnis mittragen wollen? Wieviel müssen wir Deutschen mehr für den Aufbau dieses europäischen Verteidigungsbündnis tun?

Für unsere Premium-S-Klasse-Kunden …

Vorsicht: Satire!

Oberst Horst Wolleneber sitzt mal wieder mit seinem Lieblingsbesucher vom Lobbyverband der Rüstungsindustrie Dr. Lothar Schebbenwohl bei einem zünftigen Schwenker Mariakron zusammen und sie unterhalten sich über die neusten Angebote der Rüstungsindustrie, die einen an den neuen Wehretat der Bundeswehr angepassten Angebotskatalog zusammengestellt haben.

„Herr Oberst Wolleneber, wir haben unsere Angebote jetzt extra für Sie umstrukturiert. Sie kennen doch das Klassenmodell dieser Firma mit dem Stern auf der Haube?“

„Aber sicher doch. Was haben Sie denn da Schönes…“ Oberst Wolleneber blättert in dem Katalog, dem ihn sein Gast mitgebracht hat und schon sieht er Ähnlichkeiten. „Klasse A, Klasse B, Klasse C, Klasse E, Klasse G, Klasse M, Klasse S“ … „Was bedeuten denn die Buchstaben im Einzelnen?“

„Sehen Sie, Herr Oberst, Klasse ‚A‘, das ist unser Billigangebot, falls die schwarze Null noch schwärzer werden soll. Das ist absolut nur für die ganz schlimm Notleidenden. Klasse ‚B‘ ist „Bestell-Ware“. Das heißt, Sie bestellen, wir liefern. Das kennen Sie ja sicher aus J4 Nachschub.“

„Ja, kenne ich. Ich bestelle was und warte dann, ob es vor meiner Pensionierung noch geliefert wird“.

„Genau. Deshalb, diese Produktgruppe ist auch nicht so geeignet für Sie“.

„Und Klasse ‚C‘?“

„Klasse ‚C‘ ist die Comfort-Gruppe. Sprich, Sie müssen überhaupt nichts bestellen, wir liefern Ihnen einfach“.

„Also, alles so wie bisher? Sie liefern, wir zahlen … naja, irgendwann. Ich weiß, da gibt es Verbesserungsmöglichkeiten.“

„Genau. Klasse ‚E‘ dürfte für Sie wesentlich nützlicher, das heißt, wir schicken Ihnen fertig zerlegte Neuware und Sie verwenden die Teile dann als Ersatzteile.“

„Ist dann die Klasse ‚A‘ nicht billiger?“

„Doch, doch. Aber das sind die Alt-Teile. Deshalb ist das bei uns das Sonderangebot“.

„Gut. Und was ist die ‚G‘-Klasse?“

„Ganz einfach. Sie kaufen, Sie setzen die Systeme ein und Gesamturteil ist ‚geht schon‘, also für den Einsatz nur im äußersten Notfall zu empfehlen.“

„Herr Dr. Schebbenwohl, wir haben den Notstand!“

„Nun, ich denke, Sie werden sicher was passendes in unserem Katalog finden“.

„Klasse ‚M‘?“, fragt der Oberst Wolleneber interessiert?

„Ja, die Klasse M, das ist Spezialgerät. Sprich, Sie wollen zum Beispiel einen Mannschaftstransportwagen. Sie haben dann also den Mannschaftstransportwagen und Sie haben Ihre Mannschaft. Die trägt dann den Mannschaftstransportwagen.“

„Aber das ist doch …“

„Deswegen heißt der ja auch ‚Mannschaftstransport-Wagen‘!“

„Gut. Und was ist mit der ‚S‘-Klasse?“

„Ich glaube, dieses Produkt für unsere Premium-Kunden wie die Bundeswehr ist genau das, was sie suchen.“

„Wie kommen Sie zu dieser Schlussfolgerung?“

„Unsere ‚S-Klasse‘ wird ausschließlich aus Schrott zusammengebaut. Allein der Materialwert im Wiederverkauf macht sich da bezahlt“

Oberst Wolleneber nimmt erst mal einen kräftigen Schluck aus seinem Schwenker. „Ja, das stimmt!“

In Japan gäbe es dafür nur noch einen Ausweg …

Kompromisse hin oder her, Bundesinnenminister Horst Lorenz Seehofer hat sich verzockt, Alexander Dobrindt hat sich lichterloh gezündelt und Markus Söder hat sich ins unglaubwürdige Aus manöveriert. Und jetzt schon wieder einen Kompromiss? In Japan hätte es für Ehrenmänner nur noch eines gegeben: Der Griff zum Tantõ und den Oberkörper entblöst … Wir müssen es nicht so blutig machen, aber unsere Bundeskanzlerin könnte durchaus die CSU-Minister der Reihe nach entlassen, schließlich bringen sie nur Unruhe in den politischen Alltag. Damit sollte es jetzt Schluss sein.