Bilder und Wahrheit

„Der Fotograf hält auf seinem Film das fest, was er sieht. Er sieht die Realität. Es hat nichts mit der Wahrheit der Politiker zu tun“.

Ich denke zurück, knapp 40 Jahre, an meinen Lehrer, 1st Lieutenant Lewis Pietrowsky, der mich in den Gebrauch meiner Hasselblad 500M einwies. Von ihm habe ich nicht nur als Soldat fotografieren gelernt, sondern vielmehr, wie ein Fotograf die Welt zu sehen und zu erkennen, und geduldig auf den einen Moment zu warten, in dem ein Geschichtsdokument entsteht. In dem ich mit dem Zeigefinger auf den Auslöser drückte, war ich der Zeuge, der Geschichte in seinem Bild fixiert hatte.

Heute, zu den Jubelfeiern des Mauerfalls vor 25 Jahren vermisse ich in den Medien vorallem die tausenden Originalbilder der Geschichts-Schreiber mit ihren Kameras. Diese Bilder sind so wichtig, um unsere Vergangenheit mit dem vergleichen zu können, was unsere Politik heute als Wahrheit verkauft.