Faschismus ist vor allem eine Sache des Geldes…

Gestern war Sonntag. Und gestern gab es wieder einen Tatort in der ARD. Dieser war so realistisch und spannend zugleich, dass er ein sehr gutes Lehrstück über das Thema „Innere Sicherheit“ in Deutschland abgibt.

Wer meint, dass dort in den Investmentbanken keine so durchgeknallten Typen sitzen, der irrt gewaltig. Ich habe meinem Beruf als Berater genau aus diesem Grund den Rücken gekehrt, denn dieses Finanzsystem ist nicht nur anarchistisch und schert sich nicht im Geringsten um Gesetze, sie sind auch nicht mit juristischen Sanktionen in die Schranken zu weisen, weil sie keine Angst vor dem Gesetz kennen. Noch etwas war wirklich künstlerisch gelungen: die Rolle der Vallerie (gespielt von Corinna Harfouch) mit ihrer vollkommen fehlenden Empathie, die sich direkt in der fehlenden Empathie der Trader in der Börse widerspiegelte. Ich muss immer wieder, gerade bei solchen Bildern, an meinen Großvater denken, der mir damals erklärte: „Faschismus ist vor allem eine Sache des Geldes (gewesen)“. Dieses Finanzsystem, mit seinen bankenhörigen Politikern in der Regierung, ist der Faschismus pur. Da gibt es keinen Platz für Empathie, da zählt nur der Adrenalinkick, stimulierende Drogen und die endlose Gier, sowohl bei den Tradern, den Anlegern, als auch bei den Politikern. Und was ist da schon die Drohung mit einer Gefängnischstrafe, wenn man so viel Geld besitzt, dass es ein leichtes wäre, sich eine eigene Söldnertruppe zu kaufen. Da macht auch unser Rechtssystem keinen Stich mehr. Ich habe diesen Irrsinn und diese dissoziativen Störungen mit eigenen Augen studiert. Und ich kann dem mutigen Regisseur Mathias Glasner einen enormen politischem Mut attestieren. Denn auch wenn die Trader von Schauspielern (so verblüffend naturgetreu) dargestellt wurden, so sah ich mich in die Wirklichkeit zurückversetzt.

Das erschreckende daran ist, dass der Großteil unserer Bürger (noch) an eine funktionierende Rechtsstaatlichkeit und an juristische Gerechtigkeit glaubt. Noch glauben sie….

Es ist sehr schade, dass Mehmed Kurtulus nicht mehr für den ARD-Tatort zur Verfügung steht. Aber ich denke, dass er weiter auch in anderen Filmen seine großartige Fähigkeit zur „Aufklärungsarbeit“ leisten kann.