Wie im virtuellen Leben

Wie im virtuellen Leben (Audio-Datei)

Immer mehr Menschen flüchten sich in virtuelle Räume, schlüpfen in Rollen, die meistens durch die Medien und die Spiele vorgegeben sind. Es ist inzwischen eine regelrechte Massenflucht vor der Realität, die da eingesetzt hat. Auch die Werbebranche greift dieses Phänomen auf, beschreibt die Produkte, die von ihr beworben werden, als Eintritt in neue virtuell erlebbare Welten (z.B. in der Automobilbranche charakteristisch). Es ist nichts gegen virtuelle Welten zu sagen, besonders wenn es darum geht, komplexe Systeme in ihrer Funktion zu erforschen und zu erproben. Das hilft unserem wissenschaftlichen Verständnis weiter. Jedoch mit den virtuellen Welten in den Spielen und in den Spielernetzwerken im Internet, wird eine Subkultur geschaffen, die weit weg jeglicher Realität lebt. Inzwischen gab es schon eine Reihe von pathologischen Entgleisungen, in denen reale Personen in ihrer virtuellen Rolle im realen Leben weiter interagierten und damit Personenschaden bis hin zu vermeidbare Todesfällen verursachte. Jedes Gehirn reagiert anders auf den in der virtuellen Realität abgebildeten Kontext. Da allein die Fähigkeit zur Assoziation die “Software-Schnittstelle“ in unserem Gehirn zu der abgebildeten virtuellen Realität darstellt, fallen die inneren Bilder in den unterschiedlichen Gehirnen auch entsprechend unterschiedlich aus. Menschen mit Persönlichkeitsstörungen werden in den virtuellen Welten ganz anders darauf reagieren, als Menschen mit einem gesunden ausgebildeten Charakter. Den Menschen mit Persönlichkeitsstörungen fehlt die Fähigkeit zur Distanzierung in der Assoziation und damit eine der wichtigen Kontrollfunktionen, im Umgang mit der virtuellen Welt. Einmal hineinversetzt in dieses künstliche Universum, fehlt es solchen Menschen an der Fähigkeit, sich im realen Leben wieder in die “normalen Parameter“ zurückzuversetzen. Sie bleiben also auch im realen Leben in der Rolle aus der virtuellen Welt gefangen und können somit nicht mehr ihre Handlungen entsprechend kontrollieren.

Fazit: auch der Umgang mit virtuellen Welten ist ein Umwelt-Problem.

Von der Freiheit ein unabhängiger Autor zu sein.

 

Heute hatte ich ein Streitgespräch, in dem es um die Rolle der Autoren in der schreibenden Zunft geht.

Ich selbst habe da vielleicht radikale Ansichten, weil ich auch die entsprechenden Erfahrungen gemacht habe. Hofiert werden von den Verlagshäusern vor allem die Autoren, die es sich zum Ziel gesetzt haben, vor allem ihre Investoren zu befriedigen, die das Geld für die Verlage über die Aktienpakete verleihen. Rendite zählt und damit zählt für die Verlagshäuser auch nur noch der Profit, und den können nur die “Schönlinge“ unter den Autoren bringen, die das schreiben, was der Mainstream der Marktanalysten vorgibt. Somit werden keinerlei Autoren mehr verlegt, die nicht das schreiben wollen, was die Verlage von ihnen verlangen. Ich habe mehrfach Versuche gemacht, bei der “VG Wort“ Mitglied zu werden und wurde bisher ohne Angabe von Gründen immer abgewiesen. Man hat kein Interesse an dem, was ich schreibe und wie ich schreibe. So ist die Sachlage, die ich schon längst verinnerlicht habe.

Trotzdem habe ich meinen Stolz und das Internet gibt mir heute die Plattform, die ich dazu benutzen kann, das zu schreiben, was mir wichtig ist und damit meinen Lesern (und es sind keineswegs wenige) das zu bieten, was sie wohl zu interessieren scheint. Wir leben leider in einer sehr schnelllebigen und kurzweiligen Zeit. Selbst der Hype um die großen Katastrophen (Beben, Tsunami und Atomkatastrophe) ist abgeebbt und damit haben längst wieder andere kurzweilige Themen Einzug erhalten, wie z.B. die Hochzeit des britischen Prinzenpaars. Ich gebe zu, mich interessiert das nicht sonderlich, denn für mich sind ganz primitive Dinge wichtig: z.B. der Zustand unseres Planeten Erde.

Ja, das ist eine ganz simple Sache, wir können nicht drum herum reden, so wie wir mit unserem Planeten Erde haushalten, machen wir unsere eigene Lebensgrundlage kaputt und es droht einfach und schlicht der Untergang der Menschheit. Schade ist es nicht drum, wird sich die Natur denken, wenn sie sich von dieser Episode wieder erholen kann. Was der Mensch bis heute geschaffen hat, das mag zwar, was das Wissen angeht, fundamental sein. Aber was wir in gesellschaftlichen Dingen hervorbrachten, das können wir getrost in der Pfeife rauchen. Wir haben noch nicht einmal die Chance unserer Wiedervereinigung in Deutschland vernünftig genutzt. Ich war ein offener Gegner der Währungsunion, die schon nach viel zu kurzer Zeit zwischen der noch existierenden DDR und der Bundesrepublik Deutschland geschlossen wurde. Damals redete man noch davon, es wäre notwendig gewesen, damit nicht die Bevölkerung der DDR ausblutet. Das ist aber nur die halbe Wahrheit, denn viel mehr ging es darum, einen Staat “billig einzukaufen“. Die DDR hatte sich auf dem Weltmarkt der Geschichte als Schnäppchen präsentiert.

Genau seit jener Zeit können wir in unserer deutschen Gesellschaft eine Verrohung und ein zunehmendes soziales Desinteresse feststellen, welches und auch volkswirtschaftlich an den Rand des Untergangs führen wird. Plötzlich wurde alles mit Comedy und Blödelei versucht zu bewältigen, doch mit der fortschreitenden Volksverdummung (oder wie es fachlich heißt “Tittytainment“, einen Begriff den man Zbigniew Brzezinski, dem früheren Berater von Präsident Jimmy Carter, USA zuschreibt) wächst auch das soziale Chaos unserer Republik, das durch eine durch Unfähigkeit glänzende Regierung verwaltet wird.

Wer heute meint, dass man mit Idealbildern im Kopf nicht mehr weiterkommt, wenn man nicht bereit ist, im harten kommerziellen Kampf seine Ellenbogen einzusetzen, der vergisst, dass er keinerlei reale sozialen Bindungen zu anderen Menschen hat, die es wertschätzen, dass man sie Freunde nennt. Statt dessen jagen wir fiktiven und virtuellen Freundschaften hinterher, die nicht die Zeit wert sind, die man in sie investiert. Der echte soziale Kontakt zwischen unseren Menschen fehlt schon lange. Was den einen bedrückt, worüber er sich ärgert, was Freude und Leid bereitet, das interessiert doch nicht mehr. Und genau da liegt die Ursache, dass wir nicht mehr von einander lernen wollen.

Wir haben ein eklatantes Bildungsproblem in unserer Gesellschaft. Am meisten hapert es an der sozialen Intelligenz, weil es kaum noch Menschen gibt, die sich Gedanken machen, warum die Situation, in der sie leben, so ist und nicht anders. Statt dessen flüchten wir uns. In virtuelle Räume, in fiktive Rollen, und all das hat nichts mehr mit unserer alltäglichen Lebensrealität zu tun.

Wenn Autoren nicht mehr schreiben dürfen, nicht mehr ihr Anrecht auf geistiges Eigentum reklamieren können, dann hat es auch keinen Sinn mehr, sich Gedanken über diese Gesellschaft zu machen. Die “VG Wort“ ist eben doch nur ein Club der Elite… einer Elite, die Investoren der Verlage befriedigt.

Der Tag der Erde

Heute war ja der Tag der Erde. Und eigentlich ist jeder Tag so wichtig, wie jeder andere Tag auch. Nur einen einzigen Tag im Jahr darüber nachzudenken, dass wir auf dieser Erde einen lebenfähigen Raum haben, das ist mir ehrlich gesagt zu wenig. Jeden Tag denke ich daran, dass wir dankbar über das sein müssen, was das Universum uns geboten hat: die Biosphere I, Mutter Erde. Es ist so wichtig, das wir uns darüber bewusst werden, dass wir nur hier einen Platz zum leben haben. Alles andere ist Utopie.

Ich weiß, ich gelte als unverbesserlicher Träumer. Aber wir haben doch schon die Quittung bekommen. So viele durch den Menschen ausgelöste Katastrophen und die ständige Ausbeutung unserer Rohstoffe bringen diesen Planeten jetzt schon an den Rand seines Untergangs. Überbevölkerung und unbegrenztes Wachstum, keine Begrenzung und keine Bescheidenheit, das sind die wirklichen Umweltgefahren. Aber davon habe ich auch hier schon so oft geschrieben, dass es sich vielleicht nicht mehr lohnt, es immer und immer wieder zu wiederholen.

Ich kann es nur mit meinem Mantra beschließen:

Wenn der Mensch aufgehört hat zu lernen, dann wird es Zeit für ihn zu gehn.

Führungs-Los?

Wenn jemand die Führung einer Partei übernimmt, stellt er normalerweise das Parteiprogramm dieser Partei nach außenhin bildhaft dar und versucht damit so viele Wähler, wie nur möglich, auf sein Parteiprogramm zu vereinigen. Damit ist der Chef dieser Partei eben daran gebunden, eine gewisse Kontinuität in der Politik seiner Partei zu demonstrieren. Was Guido Westerwelle allerdings in den vergangen Jahren gemacht hat, war: dass er die FDP von 8% auf 18% geführt hatte … und das in 8 Jahren und dann hat er sie in 18 Monaten wieder von 18% in die Versenkung geführt… Das Los für die Führung einer Partei ist die Kontinuität – und nicht der Wandel. Das hatte Guido Westerwelle wohl missverstanden.

Philip Rössler kann jetzt keineswegs behaupten, er hätte mit dem Parteichef, zu dem er nominiert wurde und wohl oder übel wohl auch gewählt wird, das große Los gezogen. Eher wird er sich mit dem Los der Führung abfinden müssen. Da kann man ihm wirklich nur eines wünschen: „Gute Besserung, Herr Rössler!“

Japan vor einem internationalen Umwelt-Tribunal?

Wie heißt es so schön? „Unwissenheit schützt vor Strafe nicht“. Das ist eine alte Juristenweisheit, die wohl auch für die japanische Regierung gelten sollte. Schließlich hat man in den letzten Wochen alles dafür von politischer Seite getan, die tatsächlichen Folgen der Atom-Havarie der sechs AKW-Blöcke von Fukushima Daichii zu vertuschen und zu verschleiern. Nun sollen weit über 10.000 Tonnen radioaktiv verseuchtes Wasser ins Meer gekippt werden, weil man es als Rechtens ansieht.

Die Katastrophe in Japan, durch das Erdbeben der Stärke 9.0 auf der Richterskala ist wirklich eine dramatische Katastrophe, für die das japanische Volk nichts kann. Ebenso wenig hätte es sich vor dem Tsunami nach dem schweren Beben schützen können. Aber was die japanische Regierung jetzt macht, ist das japanische Volk in aller Welt in Diskredit zu bringen, in dem die Regierung tatenlos zusieht und den Betreiber TEPCO weiter vor sich hin wurschteln lässt.

Ich bin dafür, dass man die japanische Regierung zur Verantwortung zieht und wegen einem Umweltvergehen unvorstellbaren Ausmaßes vor ein internationales Umwelt-Tribunal stellt. Hierzu wäre der Internationale Gerichtshof in Den Haag ein geeigneter Ort. Niemand darf sich darauf berufen können, er hätte nichts gewusst….