Das veränderte Gesicht unserer Gesellschaft

Diese Welt ist nicht mehr die Welt, in der so viele Menschen vor langer Zeit hineingeboren wurden. Wir sind wieder auf dem Weg in den offenen Faschismus und wenn wir unsere Fremdenfeindlichkeit als Maßstab nehmen, dann wird dieser Faschismus immer offener gelebt und belebt. Es sind schon lange nicht mehr die ewig Gestrigen, die aus dem NAZI-Regime des Dritten Reiches übriggeblieben waren, es sind auch nicht mehr die Stasi-Funktionäre, die uns seit der Wiedervereinigung immer noch verfolgen und bespitzeln. Es sind die ganz normalen Menschen auf der Straße, die Gewöhnlichen, nicht nur die Funktionäre der Wirtschaft und der Politik. Denn sie schweigen. Sie schweigen für den Faschismus, so wie im Dritten Reich die Hunderttausenden dem Führer zujubelten oder zu Hause an den Volksempfängern seinen Hetzreden schweigend und mit verklärtem Blick lauschten. Aber es gab damals auch andere. Die den Mut zum zivilen Ungehorsam aufbrachten, wie diejenigen, die sich den Todesfunktionären des Dritten Reiches offen entgegen stellten. Es gab sie. Und es gibt auch heute noch Menschen, die sich einem solchen Regime entgegenstellen würden, wäre ihnen bewusst genug, dass sie Teil dieses Faschismus geworden sind, weil sie in ihm leben und schweigen.

Wo sind die Journalisten, die Reporter, die Buchautoren, die sich mahnend hinter denjenigen stellen, der noch nicht den Mut gefunden hat, sein Schweigen zu brechen, aber es tun würde, wäre er sich der Unterstützung gewiss? Wo sind die Mütter und Väter, die sich bewusst werden, dass sie die Freiheit ihrer Kinder und Enkel verspielen, wenn sie zu Hause darüber schweigen, was ihnen an diesem politischen System missfällt? Wo sind die Menschen, die sich Gedanken darüber machen, wie die Alternativen unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens aussehen muss, damit wir wirksam dem Faschismus entgegentreten können. Wo sind die Menschen, die nicht nur davon sprechen, sie seinen liberal oder Freidenker, aber allem Übel die Tür öffnen, weil sie es vorziehen zu schweigen? Wie kann eine Bundesbehörde einen Vorstand beschäftigen, der es als seine persönliche Aufgabe sieht, in einer Buchveröffentlichung sozialen Unfrieden in unserem Land zu schüren, weil er endlich einmal so richtig „polarisieren“ wollte. Wie kann ein Bundes-Außenminister auf seiner ersten Pressekonferenz einen englischen Journalisten zurechtweisen, weil dieser seine Frage nicht auf Deutsch stellen will? Noch dazu ein Liberal-Demokrat, wie er sich sieht… Ich könnte jetzt in meiner Wut hunderte von Beispielen nennen, wie in unserem Staat tagtäglich Faschismus praktiziert wird. Und sei es über eine Flut von Sozialreformen, die nur dazu dienen, den Reichen noch mehr Reichtum zukommen zu lassen und Hilfen und Unterstützung für Bankmanager, die in wohlüberlegter betrügerischer Absicht sich selbst bereichert haben und sei es nur durch Millionenabfindungen nach dem Ausscheiden aus ihrem Posten von einem Unternehmen, dass sie selbst an den Rand des Ruins geführt haben.

Und es sind die Politiker unseres Bundestages und unserer Länderparlamente, der Kreistage und der Gemeinden, die sich mitschuldig machen, an dem immer mächtiger werdenden Faschismus. Sie stimmen ab und kümmern sich dabei nicht im Geringsten um die Interessen des Volkssouveräns, der ihnen ihr Amt überhaupt erst ermöglicht hat. Ein Amt, das Würde verlangt, das mit Verstand und Mut ausgefüllt werden muss. Ein Amt, dessen Integrität man verpflichtet sein muss. Diese Menschen schweigen ebenfalls, wenn sie es dulden und ermöglichen, dass der Faschismus in unserem Land immer weiter wachsen kann.

Es ist nicht notwendig, ein Menetekel an die Wand zu schreiben, wie wohl unsere Zukunft aussieht. Wir brauchen das nicht mehr. Denn es wird nicht besser davon, wenn wir Ängste schüren, wie es wohl werden würde, hätten wir wieder eine SA, eine SS und eine NSDAP. Denn diesmal werden die Faschisten viel subtiler vorgehen. Was uns schützen kann, das ist das Wissen, wie wir uns praktisch gegen den Faschismus zur Wehr setzen können. Dazu gehört auch eine stabilisierende Veränderung unserer Gesellschaft, die nicht nur von Integration redet, sondern sie auch für Behinderte, alte Menschen, Obdachlose, Kranke und in ihrer Seele verletzte Menschen einsetzt, nicht nur für die Integration von willigen Ausländern, die schweigend hinnehmen, was der Faschismus ihnen an Brocken hinwirft.

Es ist eine zornige Gesellschaft von Nöten, damit die uns Regierenden begreifen, wer der Volkssouverän ist. Es ist eine willige Gesellschaft von Nöten, damit die Probleme, die uns durch die Regierenden aufgezwungen wurden, sich wieder aufheben oder abschwächen lassen. Es ist eine wachsame Gesellschaft von Nöten, die darauf achtet, dass persönliche Bereicherung am Allgemeingut materieller und immaterieller Art nicht zur Norm werden. Es wird eine vorsichtige Gesellschaft von Nöten sein, damit unsere Umwelt, die nicht nur Pflanzen und Tieren besteht, sondern auch aus dem sozialen Gemeinwesen unserer Gesellschaft und dem Recht auf bezahlte Arbeit, sich verwirklichen lässt. Umweltprobleme sind politische Probleme, die uns durch den kapitalistischen Faschismus der Banken und Großkonzerne und deren willfährigen Erfüllungsgehilfen aufgezwungen werden. Nicht zu fern ist das Desaster der Ölpest im Golf von Mexiko, dessen Auswirkungen sich nicht einmal in hundert Jahren nachweisen lassen. Es muss eine Gesellschaft entstehen, die sozial ist. Die auch soziale Verantwortung zeigt und die sich darum kümmert, dass unsere Kinder das lernen dürfen, was zum Leben erforderlich ist. Wir brauchen keinen technologischen Fortschritt auf Teufel komm raus. Wir brauchen keine unangefochtene Marktführerschaft in einer globalisierten Ökonomie. Wir brauchen eine Gesellschaft, die mutig genug ist, zu gestehen, dass Globalisierung und der immer mächtiger werdende Feudalismus der Milliardäre der falsche Weg ist.

Deutsche Schwestern und Brüder in Ost und West. Erinnert Euch daran, was die Wiedervereinigung nach Aussage von Dr. hc. Helmut Kohl und Hans Dietrich Genscher haben werden sollen. Natürlich haben sie es nicht ehrlich mit Euch gemeint, aber nur weil sie wussten, dass alle unsere Schwestern und Brüder in Ost und West im Taumel der Begeisterung nicht einmal fragen würden, wie denn all diese grünen, blühenden Landschaften hätten entstehen sollen.

Warum nehmen wir sie nicht beim Wort und fordern es endlich ein: wirtschaftlicher Aufschwung und Arbeit für alle. Kindergartenplätze für alle unsere Kinder. Verbesserte Schulausbildung. Ausbildungsplätze für alle stellensuchenden Lehrlinge und die es werden wollen. Studienplätze, für die keine unsinnigen Gebühren bezahlt werden müssen, während die Professoren, anstatt für ihre Studenten da zu sein, sich ihre Taschen mit Gutachten und Projekten aus der Privatwirtschaft finanzieren und ihre Studenten als billige Arbeitskräfte missbrauchen, die auch noch für ihren Missbrauch zahlen sollen.

Nehmt sie beim Wort und geht auf die Straße, hakt Euch ein und bildet feste Reihen und ruft: „Wir sind das Volk! Wir sind der Souverän! Wir sind die Stimme, die Euch die Verantwortung zur politischen Macht abverlangt!“.

Nur wenn wir uns bewusst werden, welche Macht wir haben, wird es ein Weg geben, ein Viertes Reich zu verhindern.

Aber nur, wenn alle den Mut finden, ihre Finger in die Wunde der Politik zu legen. Und nicht nur Einzelne, deren Stimme in der breiten Masse der Schweiger verstummt.

November-Regentage…

Auch wenn es draußen stürmt und regnet, so sind es doch herrliche Tage. Gestern Abend, als die Sonne unterging, saß ich gerade unten im Büro bei der Administrationsarbeit am heimischen Server und draußen war ein Farbenschauspiel sonder Gleichen! Ein Himmel in Farben, die das Herbstlaub regelrecht aufleuchten ließen. Unten kann ich bei uns direkt in den Garten sehen, auf die Äpfelbäume, die Quitten, die große Tanne, unsere Hecken und die Hagebutten, die genau in dem Moment besonders schön zur Geltung kamen… und da ärgerte ich mich echt, dass meine Speicherkarte in der Kamera, die unten am Computer liegt, voll war… Sonst hätte ich garantiert einen Satz nach draußen gemacht und dieses Lichtspiel fotografiert! Aber ich weiß: auch wenn so ein Moment einmalig ist, es kommen noch viele schöne Momente – in denen ich sogar meine Kamera in der Hand habe!