Es gibt auch schöne Tage…

Nachmittagssonne im Rheintal bei St. Goarshausen
Nachmittagssonne
Natürlich ärgert es mich, dass mein Motorroller nun nur noch Schrottwert hat und eine Reperatur den Kaufpreis um das eineinhalbfache übersteigen würde. Wirtschaftlichen Totalschaden nennt man das. Und natürlich ärgert es mich, dass ich gleich wieder zum Verbandswechsel muss – und die Schmerzen sind mehr als unangenehm! Und es ärgert mich, dass dieser Trottel, der mich mit seinem Möchtegernvan „abgeschossen“ hat, auch noch ungestraft davon kommt. Denn die Versicherung zahlt nichts, die Aufklärungsquote bei Fahrerflucht liegt bei unter 0,5% und es ist somit unwahrscheinlich, dass jemand gefasst wird, der dafür verantwortlich ist. Trotzdem gibt es wunderschöne Tage, allein schon beim Anblick meiner Bilder…

Medienhype Chile als Ablenkung von Verschärfung des Demonstrationsrechtes

 

Wussten Sie, dass heute, 13. Oktober 2010, das Demonstrationsrecht erheblich eingeschränkt wurde und dass der Widerstand gegen eine Festnahme bei einer Demonstration, auch wenn der festnehmende Polizist nicht verletzt wird, jetzt mit drei Jahren Haft bestraft wird? Gerade solche Medienhypes, wie die Rettung der Bergarbeiter in Chile, die sicher durchaus wichtig genug für eine Nachrichtenmeldung ist, werden dazu genutzt, um gegen unser Volk härtere Gesetze auf dem kleinen Dienstweg durchzupeitschen; am Bundesrat vorbei.

Wann haben wir endlich die Zustände erreicht, wie sie schon in der DDR herrschten – oder gar im Dritten Reich, damit wir endlich wieder “befreit“ werden können? Diese Frage kommt langsam unweigerlich auf. Aber an eines sollten wir dabei denken: es wird kaum jemand kommen und uns dieses Mal retten wollen.

Es liegt also an uns, möglichst schnell Bürgerbegehren für eine Neuwahl auf die Beine zu stellen, solange dieses Recht uns noch gegeben ist! Auch in Bundesländern wie in Hessen, die durch ihre Landesverfassung zum Bürgerbegehren entsprechend benachteiligt sind. Aber wenn mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten sich dazu entscheiden können und ihre Unterschrift und ihre Wahlabsicht bekunden, dann können wir es endlich schaffen, uns diese Regierung vom Hals zu schaffen. Zu lange hat Dienstbeflissenheit sich schon in Machtbesessenheit wandeln können.

Mord als Sport?

Für mich war diese Tour in den Westerwald bis nach Herold (bei Katzenellenborgen) und dann die Lahn entlang an den Rhein hinunter nach Rüdesheim, Eltville, Wiesbaden und weiter nach Hause eine wunderschöne Reise! Herrlich.

Und an der letzten Ampel kurz vor der Haustüre (wenige hundert Meter Luftlinie) geschah es dann. Ich bin gerade dabei mich nach links einzuordnen, ein Fahrzeug ca. 150m hinter mir auf der rechten Fahrspur fängt an mich zu überholen und erreicht mich, drängt mich ab, als ich auf der Mittellinie bin, zieht an mir nach rechts vorbei und fährt geradeaus weiter. Ich muss rechts ausweichen und kontrolliert vom Moped absteigen und landete mehr oder weniger unbeschadet auf dem Gehweg neben der Fahrbahn. Das Moped mir hinterher und blieb auf meinem linken Bein liegen. Nach ca. 30 Sekunden kamen die nächsten drei Fahrzeuge, hupend, weil meine auf der Fahrbahn querliegende Maschine den Verkehr behindert und fuhren weiter. Erst das vierte und fünfte Fahrzeug, gut 50 Sekunden nach dem Unfall hielt und freundlichen Menschen halfen mir, das Moped aufzurichten und mir aufzuhelfen, riefen Polizei und Krankenwagen. Ich selbst habe mir an der Bordsteinkante das rechte Knie geschrammt und noch eine kleine Schürfwunde am Handballen, sonst nichts. Die obligatorische Fahrt im Rettungswagen ins Krankenhaus nach Hanau zum Röntgen der Halswirbelsäule und des rechten Knies war dann eben mit inklusive… Gelernt ist eben gelernt. Schließlich habe ich beim Bund (schon 1974) meine Motorradfahrschule gemacht und damals noch das kontrollierte Absteigen vom fahrenden Motorrad gelernt. Was ist aber mit denen, die das heute nicht mehr erlernen und in solchen Situationen verzweifelt versuchen, das Moped unter Kontrolle zu bringen? Die werden meistens aus der Kundenkartei ihrer Versicherung gelöscht…

Vor einiger Zeit sprach ich mit einem “professionellen Motorradfahrer“ der Autobahnpolizei und der berichtete mir davon, dass es inzwischen zum Sport geworden ist, Motorradfahrer “abzuschießen“. LKWs ziehen auf der Autobahn nach links raus, um überholende Motorräder zum Sturz zu bringen und filmen ihre Taten auch noch, um sie dann als Trophäen präsentieren zu können. Ebenso auch PKWs, die ganz gezielt Motorräder bedrängen und schneiden und dabei im Grunde einen “versuchten Totschlag“ oder “schwere Körperverletzung mit Todesfolge“ in Kauf nehmen. Nicht wenige Motorradfahrer werden zeitlebens zum Krüppel gefahren und müssen um eine Integration in der Gesellschaft kämpfen. Das Schlimme an der Sache ist, dass sogar Fahrlehrer sich in ihren Fahrzeugen bei einer Alleinfahrt dermaßen unvorschriftsmäßig verhalten, dass ich selbst schon solche brenzligen Situationen erlebte. Wie sollen da Autofahrer ein verantwortungsvolles Fahren erlernen???

Auf rund 6100km im letzten halben Jahr habe ich genau diese Situation mehr als 100 Mal erlebt, dass ich beim Links- und rechts-abbiegen überholt und geschnitten wurde. 100 Mal versuchter Totschlag, so seh ich das! Die Perversion kennt eben keine Grenzen.

Durch den Westerwald und Naturpark Nassau

Was ein wunderschöner Ausflug. Bin heute über Köppern, Weilburg, Limburg, Dietz bis nach Herold, mitten in den Wald gefahren. Jetzt übernachte ich in einem schicken Landgasthof. 140km sind genug für einen Tag. Der letzte Teil der heutigen Etappe war sehr anstrengend. Es war schnell dunkel (so gegen 18:45 Uhr) und dann musste ich mich höllisch auf die Straße konzentrieren müssen. Autos mit Fernlicht, die einem entgegen kommen, sind immer ein Risiko bei Dunkelheit und unbekanntem Terrain. Dazu Steigungen, Gefälle und jede Menge Kurven. Es war schon eine Herausforderung. Ich habe heute versucht, während der Fahrt mit meiner Kamera Video-Aufnahmen von der Fahrt zu machen. Das Resultat ist leider nicht sehr brauchbar. Aber es war einen ersten Versuch wert. Mal sehen, wenn ich morgen die Kamera besser am Halsgurt justiert habe, geht es vielleicht besser. Vielleicht kann ich bei der Fahrt durch das Lahntal (B417 und B260) und den Rhein hinunter (B42) dann noch ein paar Aufnahmen machen. Ansonsten war ich mich Landschaft anschauen beschäftigt! Meine Güte, was wird das bunt! Ich könnte alle 100m anhalten und Fotos schießen. So würde ich allerdings nicht vorwärts kommen. Ein paar Fotos habe ich gemacht, die stelle ich dann in mein Archiv und vielleicht das Schönste auch in die Galerie… Soweit für heute. Gute Nacht!

20 Jahre Deutsche Einigkeit?

 

Nein, ich glaube, dass unser Land inzwischen einen Grad von Uneinigkeit erreicht hat, wie schon lange nicht mehr. Es gibt wieder eine politische und ideologische Grenze in unserem Land: die Grenze zwischen denen ‚da oben‚ und denen ‚da unten‚. Und die Mehrheit der Deutschen befindet sich ‚da unten‚. Das Ausland jubelt mit der politischen Führung in Berlin und Bremen über die Wiedervereinigung vor 20 Jahren, aber das deutsche Volk selbst fühlt sich größtenteils dazu missbraucht, politischen Versprechungen vertraut zu haben, die niemals in Erfüllung gehen sollten. Heute hat das Sparen bereits solche Auswirkungen erreicht, dass es nicht wenige Menschen gibt, die ernsthaft über einen Selbstmord nachdenken, weil sie nicht mehr weiter wissen; sich nicht vorstellen können, was aus ihnen wird, wenn sie beispielsweise keine Krankenversicherung mehr zahlen können.

Es war ein phänomenaler Schachzug von unserer Regierung, den Betrag für Hartz-IV nur um 5€ steigen zu lassen. Dadurch werden mehr Menschen von einer staatlichen Grundversorgung oder Unterstützung ausgegrenzt, als es bisher der Fall war. Denn viele verdienen gerade mal 10€ oder 20€ mehr, als der aktuelle Hartz-IV-Regelsatz und der künftige Hartz-IV-Regelsatz festlegt. Aber sie können ihre Miete nicht mehr zahlen, wissen nicht, wie sie mit ihrem Auto zur Arbeit kommen sollen oder verlieren ihre Krankenversicherung, von einer Altersvorsorge ganz zu schweigen. Was soll aus diesen Menschen werden? Wer ist deren Lobby? Wer kümmert sich um deren Rechte? Um das Recht auf ein menschenwürdiges Leben?

Politiker, wie unsere Parteivorstände von SPD, CDU/CSU oder FDP können sich nicht vorstellen, wie das ist, mit Hartz-IV leben zu müssen. Mit dem Existenzminimum. Sie können es sich nicht vorstellen, weil sie in einer Sphäre leben, die sich weit von dem abhebt, was das Volk ‚da unten‚ erdulden muss. Und es kennt ja keine Grenze! Unbegrenzte Zusatzbeiträge auf die Krankenversicherung werden dazu führen, dass ein verbrieftes Grundrecht ausgehebelt wird: nämlich gesetzlich Krankenversicherte nicht aus ihrer Krankenversicherung aussteuern zu können. Jetzt können Patienten durch unbegrenzte Zusatzbeiträge zu ihrer Krankenversicherung einfach in eine Lage gedrängt werden, in der sie nicht mehr in der Lage sind, ihre Beiträge zu zahlen und damit verlieren sie ihren gesetzlichen Krankenversicherungsschutz und werden auch von privaten Kassen nicht mehr aufgenommen. Oder man drängt sie in die privaten Krankenkassen und dort dürfen bestimmte Krankheiten ausgesteuert werden, sprich, die Kasse übernimmt keine Leistungen mehr. Aber diese Patienten dürfen nicht mehr zurück ins gesetzliche Krankenversicherungssystem.

Wir schaffen eine zunehmende Verarmung und Verelendung unseres Landes und die Unzufriedenheit des Volkes wächst. Beispiel Stuttgart-21. Da regt sich genauso Protest, wie bei der Verlängerung der AKW-Laufzeiten, die inzwischen schon bei 2040 angepeilt werden. Der Ausstieg aus dem Sozialstaat. Der Ausstieg aus der Sozialpolitik. Ausstieg aus der sozial-gerechten Umverteilung und Sicherung von Arbeitsplätzen. Ausstieg aus der Politik, die auch vom Volk mitgetragen werden kann.

Wer sich vorstellen kann, warum in Deutschland viele Menschen wieder in Angst leben, der ist im Grunde prädestiniert dazu, auch die Fehler zu identifizieren, die tagtäglich gemacht werden. Was uns fehlt, sind neue Politiker, die aus dem Volk kommen. Menschen, die sich zutrauen, auch mit dem Hintergrund eines gewöhnlichen Arbeiters oder gar eines Erwerbslosen sich in die Öffentlichkeit zu trauen und einer Schicht der Bevölkerung die Gewissheit zu geben, dass es jemand gibt, der sie überhaupt wahrnimmt. Rentner, die sich schon heute ausmalen können, wie ihr Leben in einer Pflegeeinrichtung ohne den finanziellen Rückhalt verlaufen wird, zwischen Hartz-IV und Dekubitus. Mütter, die sich den steigenden Problemen gegenüber sehen, die Beruf, Erziehung und Haushalt als Dreifachbelastung täglich abfordert, weil selbst die minimalen Versprechungen eines Dr. hc. Helmut Kohl um Kindertagesstätten für jede Familie, heute noch Illusion sind, weil die Kommunen kein Geld dafür aufbringen können.

Eine Veränderung der herrschenden Politik wird nur dann möglich sein, wenn unser Volk sich daran erinnert, was vor 20 Jahren geschehen war: die Bewusstwerdung, dass wir das Volk sind. Wir alle. Wir Rentner, wir Arbeitslose, wir Hartz-IV-Empfänger, wir Kurzarbeiter, wir Leiharbeiter, wir Menschen, die Tag für Tag mit dem Existenzminimum auskommen müssen, die nicht auf eine lebenslange Pension von zig Tausenden Euro im Monat für wenige Monate auf einem Führungsposten in irgend einer Bank oder Ministerium, ohne jemals durch eine positive Leistung aufgefallen zu sein.

Der Eindruck im Volk, von einer ganzen Riege von Langzeit-Versagern regiert zu werden, kann nicht ganz falsch sein. An irgend etwas muss es ja gelegen haben, dass dieser Eindruck entstehen konnte.